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Episode 264 | Arthur Schopenhauer: sein Leben, seine Ideen


Episode 264 · B1–C1

Arthur Schopenhauer

📅 27. Juni 2026
⏱ ca. 40 Minuten
📝 Philosophie & Biographie

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B1
B2
C1
Einleitung & Kapitel 1 – Das frühe Leben
So und damit herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Episode. Heute haben wir wieder eine etwas andere Podcast-Episode. Vor, ich glaube, drei Episoden haben wir die Geschichte von Berlin besprochen und damit ‘n bisschen Deutsch gelernt. Und das Feedback war einfach unglaublich positiv und deshalb hab ich mir gedacht: “Hm, welches Thema findet ihr denn vielleicht noch interessant? Und welches Thema oder welche Themen find ich denn interessant?” Und, äh, ich glaube, wenn ich das interessant finde, dann kommt das auch so authentisch rüber wie möglich und das ist mein Ziel. Deshalb besprechen wir heute Arthur Schopenhauer, ein deutscher, ein berühmter, denk ich mal, deutscher Philosoph. Wir schauen uns so ‘n bisschen den Lebensweg an. Wir– vielleicht sprechen wir auch so ‘n bisschen über seine Gedanken, über sein, sagen wir mal, intellektuelles Vermächtnis Aber wir schauen uns auch besonders seinen Lebensweg an. Also wo kommt er her? Was hat er gemacht? Also Arthur Schopenhauer. Äh, wenn das möglich ist, versuche ich hier mal noch ein Bild einzublenden, äh, sodass ihr auch so ‘n bisschen eine Vorstellung habt, wie Arthur Schopenhauer denn aussah. Also er wurde geboren am 22. Februar 1788. Ich weiß nicht, ob das Geburtsdatum jetzt so unglaublich wichtig ist, ist, aber das Jahr find ich interessant. Also wir sind im 18. Jahrhundert, also 1788. Und wo wurde er geboren? Er wurde in Danzig geboren. Das ist heute Gdansk. Ich hoffe, ich hab’s richtig ausgesprochen und das liegt in Polen. Und es war eine reiche Handelsstadt an der Ostsee. Die Ostsee ist, liegt im Osten, wohingegen die Nordsee im Norden liegt. Beide sind eigentlich im Norden. Auf Englisch, die Ostsee wäre the Baltic Sea. Na ja, und seine Familie, die Familie von Schopenhauer, war wohlhabend. Warum war die Familie von Schopenhauer wohlhabend? Weil sein Vater ein Kaufmannder Kaufmann – merchant, trader; jemand, der Waren kauft und verkauft. Feminine: die Kauffrau. war. Ein, man kann sagen, Großkaufmann. Das ist relativ interessant. Ich interessiere mich ja für Unternehmer, ich versuch, mich aber kurz zu halten. Er hat im Prinzip Waren importiert und exportiert, also hat so diesen Ost-West-Handel geführt zwischen, ja, also Danzig, Gdansk und, äh, Großbritannien beispielsweise und Frankreich. Dadurch, dass Danzig ja direkt an der Küste liegt. Er hatte also da ein großes Handelsunternehmen und war damit auch sehr erfolgreich. Und was auch interessant ist, ist, dass der Vater von Arthur Schopenhauer, also Heinrich Floris Schopenhauer, ähm, war nicht nur ehrgeizig und weltoffen, sondern auch ein großer Bewunderer von Voltaire und Kant. Was natürlich interessant ist, weil das wahrscheinlich Arthur Schopenhauer beeinflusst hat. Ich hab ‘n bisschen, ich war jetzt im Urlaub für zwei Wochen in Frankreich und hab ‘n bisschen Voltaire gelesen und ‘n bisschen was dazu gelernt. Äh, Voltaire ist auch unglaublich interessant und vielleicht machen wir dazu mal ‘ne Episode, weil Voltaire hat auch, äh, viele Berührungspunkte mit Deutschland und auch der deutschen Sprache. Vielleicht können wir das so ‘n bisschen, äh, kombinieren. Na ja, jedenfalls, äh, seine Mutter, die von Schopenhauer, Johanna Schopenhauer, war auch eine sehr gebildete und geselligegesellig – sociable, outgoing; gerne von Leuten umgeben, sozial; das Gegenteil von einsamkeitsliebend Frau. Was bedeutet gesellig? Gesellig bedeutet so was wie sozial, also ist gerne von Leuten umgeben, unternimmt gerne w-was mit Leuten und ist mit Leuten zusammen, kennt viele Leute, ähm, und, äh, sie wird später auch als Schriftstellerin bekannt. Aber die Beziehung zwischen Arthur Schopenhauer und seiner Mutter war scheinbar immer ‘n bisschen schwierig. Ähm, dann später, als Arthur vier Jahre alt, äh, ist oder war, äh, zieht er mit seiner Familie nach Hamburg. Ich find das auch interessant, weil Hamburg und Danzig, das sind ja beide Städte, Handelsstädte, Hansestädte, die an der Küste liegen und wahrscheinlich gab’s da sowieso schon viel Handel und deshalb war dieser Umzug nach Hamburg irgendwie auch ‘n bisschen offensichtlich aus geschäftlichen Gründen für den Vater. Ähm, und dann kommt das, ähm, ja wahrscheinlich größte oder ein sehr großes Ereignis im Leben, äh, von Schopenhauer. Und zwar sein Vater stirbt dann 1805. Also er ist 1788 geboren. Das sind, äh, zwölf plus fünf, das sind 17 Jahre. Also ist Arthur Schopenhauer 17, als sein Vater stirbt. Ähm, also relativ jung, wahrscheinlich durch Suizid, aber, ähm, ich, also das hab ich so gelesen und gefunden. Ähm, äh, und dieser Moment, dass sein Vater also stirbt, dass er Suizid begeht, Selbstmord, ähm, das prägtprägen – to shape, to influence; einen bleibenden Eindruck hinterlassen – wie eine Münze prägen Schopenhauer. Ähm, und das hinterlässt eine große Wunde im Leben von Schopenhauer. Das Wort prägen bedeutet so was wie, w-w-wir würden auch sagen, eine Münze prägen. Aber in diesem Fall bedeutet das also so was wie, es beeinflusst ihn sehr, es formt ihn sehr. Es, ähm, ja, bleibt in seinem Gedächtnis und hat einen großen Einfluss auf sein Leben. Prägen. So, jetzt, äh, gibt’s noch andere Wörter, die ich noch erklären wollte. Gesellig hab ich erklärt. Ach so, das Wort Kaufmann wollte ich noch erklären. Kaufmann würde man wahrscheinlich so was wie als Geschäftsmann, äh, heute bezeichnen. Ähm, ja, Businessman, Kaufmann damals, würd ich sagen, Kaufmann bezieht sich auch sehr eben auf so diesen, diesen, diesen Import und Export von Waren. Ist so in meiner, in meiner Definition
Kapitel 2 – Ein Leben zwischen Handel und Philosophie
Okay, so, jetzt machen wir weiter mit Kapitel zwei: Ein Leben zwischen Handel und Philosophie. So, also nach dem, äh, Tod von Schopenhauer steht Arthur vor der Wahl, weil scheinbar hat sich, äh, Schopenhauer schon immer, ich denke mal, durch den Einfluss von seinem Vater, weil der mochte ja sehr Kant und Voltaire. Äh, durch den Einfluss von seinem Vater hat er sich für Philosophie interessiert, sehr für Philosophie interessiert, aber sein Vater wollte, dass er, äh, Kaufmann wird, dass Arthur Schopenhauer Kaufmann wird und, äh, hat dafür gesorgt, dass er dann also das Familiengeschäft übernehmen soll. Aber Arthur wollte das eigentlich gar nicht wirklich. Arthur wollte vielmehr Philosophie studieren, was ich auch irgendwie nachvollziehen kann. Ich find das interessant, weil wenn du in einem, in einer Familie aufwächst, die viel Geld hat, ähm, ist wahrscheinlich dieser, dieses Verlangen danach, viel Geld zu verdienen, deutlich weniger ausgeprägt, als wenn du in einer Familie aufwächst, die arm ist oder sehr wenig Geld hast, hat. Und, äh, du machst dir über andere Dinge Gedanken. Und wenn du dir über andere Dig-Dinge, äh, Dinge Gedanken machst, ist Philosophie definitiv eine Option. Äh, das Problem war aber, dass er hat sich nicht getraut, sich gegen den Willen von seinem Vater, gegen den Willen seines Vaters zu handeln. Dieser Wille war, dass er Kaufmann wird und das Unternehmen übernimmt. Er versucht das also für zwei Jahre und ist aber super unglücklich in diesem Handelskontor. Und dann, 1809, entscheidet er sich, äh, dass er nicht mehr weitermacht. Er gibt den Beruf als Kaufmann auf und beginnt sein Studium an der Universität Göttingen. Und wenn du dir so die deutsche, ähm, äh, wenn du dir so Deutschland anschaust auf Google Maps oder irgendwo anders, dann stellst du fest, dass Göttingen so ziemlich in der Mitte von Deutschland ist. Ist ganz interessant und, äh, beginnt da also sein Studium und zwei Jahre später geht er dann nach Berlin, ähm, und er promoviertpromovieren – einen Doktortitel erwerben; die Promotion erfolgreich abschließen 1813, ähm, dann in der Universität oder an der Universität Jena. Und jetzt was vielleicht ganz interessant Oder überhaupt nicht interessant ist, ist der Titel seiner Dissertation, also von seiner PhD Thesis, seiner Dissertation. Und über– Also der Titel lautet: Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde Also ihr als, äh, Leute, die Deutsch lernt, äh, ihr versteht das wahrscheinlich überhaupt nicht oder ihr versteht das und dann ha– w-wisst ihr wahrscheinlich deutlich mehr als ich. Wenn ich den Satz lese, versteh ich so wirklich kaum was. Also die einzelnen Wörter kenn ich, aber die Zusammensetzung als Satz ergeben für mich keinen Sinn. Wir könnten jetzt weiter darauf eingehen, aber ich glaube, wir lassen das. Was ich viel witziger finde, ist, dass seine Mutter liest die Dissertation und, äh, beschreibt das als: „Hm, wahrscheinlich ist das was für Apotheker.” Also ein Apotheker ist ja, also die Apotheke, the pharmacy und wenn du dann in die Apotheke gehst, dann siehst du da und triffst in der Regel einen Apotheker. Wahrscheinlich hat die Mutter die, den Titel gelesen und irgendwas mit Wurzel, äh, und und hat’s, hat dann im Prinzip die, das Fazit dann gezogen und hat dann gesagt: „Okay, das ist bestimmt interessant für Apotheker.” Na ja, das ist ‘ne kleine witzige Story am Rande. Äh, im– Wichtige Wörter aufgeben als trennbares Verb. Ich gebe auf. Das hatten wir, glaub ich, vor ‘n paar Episoden mal, kann ich mir, kann ich mich irgendwie so ganz vage erinnern. Ähm, also ich mache nicht mehr weiter. Ich, äh, resigniere. Ich, ähm, das ist zu anstrengend oder ich sehe nicht mehr den Nutzen. Ich höre mit etwas auf. Das hatten wir im Kontext, äh, Arbeit im Handelskontor, das, die, als den Beruf als Kaufmann, den hat er aufgegeben. Und dann das andere Wort hatte ich noch promovieren. Ich glaube, promovieren hatt ich erwähnt. Zumindest hatt ich gesagt Dissertation. Wenn man also promoviert, dann schreibt man seine Dissertation und, äh, diese Dissertation wird dann auch erfolgreich anerkannt, denke ich. Das ist dann also, dann promoviert man, wenn man also erfolgreich die Promotion, also PhD, abschließt. So, ähm, genau.
Kapitel 3 – Das Hauptwerk
Jetzt machen wir weiter mit Kapitel, äh, drei. Und zwar sein Hauptwerk. Das Hauptwerk, äh, was er geschrieben hat. So, 1818 erscheint dieses Hauptwerk, also sein wichtigstes Buch. „Die Welt als Wille und Vorstellung”. Und dieses Buch schreibt er im Alter von 30. Also Schopenhauer war jünger als ich, als er dieses Buch schreibt oder veröffentlicht hat. Ist interessant, ne? Ich find das relativ jung als Philosoph. Irgendwie denk ich immer, Philosophen müssen älter sein, Lebenserfahrung haben, aber das stimmt wahrscheinlich gar nich. Ist nur in meinem Kopf so Okay. Und in diesem Werk entwickelt er seine gesamte Philosophie. Die Kernidee ist, äh, die Welt, wie wir sie wahrnehmen, ist im Prinzip nur ‘n Bild. Vielleicht, ich hoffe, dass ich jetzt das nicht zu, sagen wir mal, einfach oder amateurhaft zusammenfasse. Ähm, die Welt ist nur ein Bild, wie wir sie in unserem Kopf wahrnehmen, wie wir sie in unserer Vorstellungskraftdie Vorstellung – mental image, idea, representation; Vorstellungskraft = imagination wahrnehmen. Unsere Augen filtern, unser Gehör filtern das raus, aber die eigentliche Welt sieht vielleicht ganz anders aus. Die reale Welt, die echte Welt, ähm, sieht vielleicht ganz anders aus, als wir sie wahrnehmen. Und, äh, äh, und, und, äh, das ist ein Kernpunkt, eine Kernidee von seiner Philosophie. Und, äh, die andere Sache ist, dass es eine irrationale Kraft gibt, der Willeder Wille – the will; bei Schopenhauer: eine blinde, irrationale Kraft, die alle Lebewesen antreibt, the will, der Wille. Und, äh, diese irrationale Kraft treibt alle Lebewesen an und ist auch die Q-, äh, die Quelle allen Leidensdas Leiden – suffering, pain; leiden = to suffer. Was auch interessant ist, ist, wenn wir hier das Wort Lei… Ich weiß nicht, ob ich das später noch mal erwähne. Wahrscheinlich. Aber Schopenhauer wurde auch sehr vom Buddhismus beeinflusst. Er war einer der, ich weiß nicht, ob der Erste oder einer der ersten westlichen Philosophen, die sich mit dem Buddhismus beschäftigt haben und den Buddhismus auch in, in die Philosophie, in die eigene Philosophie mit eingebaut haben. Ähm, und im Buddhismus, Buddha hat ja damals schon auch gesprochen, dass, äh, also etwas verlangen, wenn man etwas haben möchte, das ist der Ursprung allen Leidens. Und, äh, das hat auch, äh, Schopenhauer 2300 Jahre später oder so 2500 Jahre, 2300 Jahre später dann auch irgendwie festgestellt oder zumindest mit aufgegriffen. Ähm, Schopenhauer war total überzeugt natürlich, dass sein Werk ein absoluter Erfolg wird und dann wartet er und wartet und wartet. Wahrscheinlich so ‘n bisschen wie wenn ich irgendwie ‘ne Podcast-Episode aufnehme, wo ich denke: „Boah, diese Podcast-Episode muss richtig gut sein”, weil die so, weil ich da so viel Herzblut reingesteckt habe und weil mir diese Episode so gefällt und dann warte ich und warte ich und nichts passiert. Drei Leute gucken sich das an. Na ja, äh, und dieses Buch verkauft sich kaumkaum – barely, hardly, scarcely; kaum jemand = almost nobody; kaum etwas = almost nothing. Kaum bedeutet so was wie fast nicht. Ähm, und Kritiker ignorieren das. Die akademische Welt nimmt da kaum Notiz, beachtet das also kaum. Und diese Auflage, ‘n Großteil davon wird wieder gestoppt, äh, äh, also eingestampft. Ähm, doch Schopenhauer gibt nicht auf. Er ist felsenfest überzeugt, dass er recht hat und die Welt einfach noch nicht bereit ist für seine Philosophie. Hier ist das Wort felsenfest vielleicht ganz interessant. Also so fest wie ein Fels. Also der Fels ist so was wie Weil ich das, ich kann jetzt nur das englische Wort sagen, weil das irgendwie zu komplizierten Felsenstein, ein großer Stein ist ein Fels, the rock. Äh, und, äh, und wenn etwas so fest ist wie ein Fels, also felsenfest, dann kann man zum Beispiel von einer Sache, von seiner eigenen Idee oder von irgendeiner anderen Sache felsenfest überzeugt sein Wenn ihr in der Mitgliedschaft seid, könnt ihr übrigens auch die Wörter alle anklicken im Transkript und so weiter und könnt dann die Übersetzung sehen. Also, in der Mitgliedschaft ist es dann noch mal deutlich einfacher. Äh, genau, richtig. So, jetzt machen wir weiter. Also er hat sein Hauptwerk geschrieben, aber keine Sau interessiert sich dafür. Ähm, aber Schopenhauer gibt nicht auf. Schopenhauer, äh, zieht nach dem Erscheinen von seinem Hauptwerk nach Berlin. Genau. Und, äh, dort möchte er als Privatdozentder Privatdozent – unpaid university lecturer; kein festes Gehalt – verdient nur, wenn Studenten die Vorlesungen besuchen an der Universität lehren. Ah, vielleicht werd ich ja auch irgendwann mal Privatdozent, aber dadurch, da brauch ich deutli…, da muss ich deutlich mehr lesen noch dazu. Ähm, ich brauche, mir gefällt das englische Wort „erudition”, Gelehrsamkeit. Okay, so, sein Hauptwerk, ähm, wird veröffentlicht. Er zieht nach Berlin und dann passiert was, was ‘n bisschen lustig ist. Ähm, und zwar, äh, zu dieser Zeit lebt auch Hegel, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, äh, in der Stadt und er ist logischerweise auch ein sehr bekannter deutscher Philosophies, äh, Philosoph und alle seine Vorlesungen, also die von Hegel, sind komplett ausgebucht. Jeder will, äh, über Hegels Bücher sprechen und an seinen, äh, und an seinen Vorlesungen teilnehmen. Er ist im Prinzip der Inbegriff des Zeitgeists. Ich stell mir so Hegel so’n bisschen vor wie der absolute Rockstar zu der Zeit und, äh, Schopenhauer kommt dann, äh, dazu und denkt: „Ja, Hegel, du bist ein Scharlatander Scharlatan – charlatan, fraud; jemand, der andere täuscht. Wahrscheinlich vom Italienischen „scialare“ = plappern, schwatzen.” Äh, so, äh, Schopenhauer verachteteverachten – to despise, to hold in contempt; negativ über jemanden denken, ihn als wertlos bezeichnen Hegel und bezeichnet ihn als Scharlatan. Hier sind zwei Dinge ganz interessant. Das Wort, äh, verachten, hab ich das hier auch? Genau. Verachten ist also etwas, ja, negativ über etwas denken oder über jemanden denken. Also, ähm, missachten oder etwas als wertlos oder jemanden als wertlos bezeichnen. Unwürdig könnte man vielleicht auch sagen. Also Schopenhauer mochte Hegel überhaupt nicht, bezeichnete ihn als Scharlatan. Hier das Wort Scharlatan, hab ich kurz recherchiert, fand ich ganz interessant. Das Wort Scharlatan wurde Irgendwie aus dem Französischen genommen. Da gibt’s ja das Wort auch, aber ursprünglich kommt’s aus dem Italienischen. Und, äh, äh, äh, scialare, vielleicht spreche ich das komplett falsch aus. Meine italienischen Schüler mögen mir verzeihen, aber scialare, äh, ist dieses italienische Wort für Plappern oder Schwatzen, also Rumquatschen, äh, so wie ich das hier im Prinzip tue. Und jemand, der viel rumquatscht, einfach nur viel schwatzt, also viel erzählt, daher kommt so ‘n bisschen dieses Wort Scharlatan. Das ist ganz interessant, weil mich hat das irgendwie interessiert. Äh, ich find das Wort Scharlatan irgendwie gut. Also er mochte ihn nicht, äh, und hat dann Folgendes getan: Schopenhauer hat seine eigenen Vorlesungen direkt zur selben Zeit angeboten wie die von Hegels und hat gedacht: „Na ja, das, die Leute werden dann zu meinen Vorlesungen, zu die von Schopenhauer, äh, kommen und nicht mehr zu Hegels Hörsaal gehen.” Aber das Experiment hat leider nicht funktioniert, ist gescheitert, äh, und dann hat er das noch mal probiert, noch ‘n weiteres Semester und, äh, es ist immer dasselbe passiert und irgendwann gibt er dann auf und verlässt Berlin für immer. Ist ganz interessant, oder? Ja, na ja.
Kapitel 4 – Das Frankfurter Leben
Äh, und dann, ähm, versucht, also nach diesem Debakel, äh, zieht er erst nach München, dann nach Verona, also Italien und dann 1833 nach Frankfurt, Frankfurt am Main. Und da, dort bleibt er dann für den Rest seines Lebens. Dort wohnt er dann im selben Zimmer, scheinbar für den Rest seines Lebens, geht jeden Tag zur selben Zeit spazieren, isst Mittag im selben Restaurant. Äh, und die Frankfurter kennen ihn als den alten, bisschen schrulligen Philosophen mit seinem weißen Pudel. Er hatte also einen Hund, einen Pudel, weiß und, äh, die Frankfurter dachten also: „Ja, ist halt ‘n bisschen komisch, der Typ.“ Äh, aber, äh, das ist interessant, oder? Wenn man halt so Bücher liest. Also, äh, das Buch, das ich hier, ähm, gelesen hab von Schopenhauer oder sa-sagen wir mal so ‘n bisschen mehr als die Hälfte, ist dieses Buch hier. Ich hoffe, meine Kamera kann das erkennen. Und zwar sind das die Aphorismen zur Lebensweisheit. Und, äh, als Leute, die Deutsch lernen, ist es, würd ich sagen, für die Leute von euch, die so C1 sind, würd ich sagen, die können das lesen und verstehen. U-und alles darunter wird’s wahrscheinlich ‘n bisschen schwer. Aber diese Aphorismen sind sehr leicht. Also es ist kein Philosophiebuch Find ich so’n typisches klassisches Philosophiebuch. Zum Beispiel, ich hab hier in meinem Regal „Sein und Zeit” von Heidegger und, äh, das ist, äh, deutlich interessanter. Dieses Buch wurde mir hier übrigens von ‘nem Schüler empfohlen, der auch selber Philosophie studiert und ich glaube auch unterrichtet hat. Äh, und wenn jemand diesen Background hat, dann, dann hör ich da auf alle Fälle hin. Ähm, und, äh, und, äh, und dieses Buch, würd ich sagen, ist trotzdem relativ leicht verständlich, weil’s eben nicht so kompliziert geschrieben ist. Es ist ‘n bisschen ‘n Tick altes Deutsch, aber wirklich nur ‘n ganz bisschen. Was auch interessant ist, ist, äh, bei Schopenhauer ist, dass er, äh, Anglizismen verwendet in– Also zumindest hier in diesem Buch. Also so Wörter wie Oxygen, also Oxygen, wo wir ja in, auf Deutsch ‘n anderes Wort verwenden würden. Ähm, und, äh, und das finde ich ganz interessant, dass also sein Einfluss wahrscheinlich von seinem Vater, der Handel betrieb und, äh, Schopenhauer sprach ja scheinbar auch fließend Französisch und Englisch und das hat ihn auch, äh, scheinbar beeinflusst in seiner Schreibweise. Wahrscheinlich wär das be-bei mir wahrscheinlich ähnlich, wenn ich ‘n Buch schreibe, dass ich so’n ab und zu so’n paar Anglizismen verwenden würde, weil manchmal Wörter, die man aus anderen Sprachen verwendet, irgendwie die Sache besser beschreiben. Aus meiner Sicht zumindest. Ähm, jedenfalls, äh, machen wir jetzt weiter. Er lebt in Frankfurt. Äh, sein Pudel heißt AtmaAtma (Sanskrit: Ātman) – world soul; Schopenhauer nannte seinen Pudel Atma = Weltseele auf Sanskrit, was so viel heißt wie Weltseele auf Sanskrit. Äh, typisch Schopenhauer, die Weltseele. Er hätte seinen Hund auch Weltseele nennen können, aber ich wei-, denke mal, Atma klingt irgendwie ‘n bisschen besser. Jedenfalls schreibt er weitere kleinere Texte, aber der große Durchbruchder Durchbruch – breakthrough; der große Durchbruch = der entscheidende Moment des Erfolgs kommt nie so wirklich. Seine Jahre sind geprägt von Einsamkeitdie Einsamkeit – loneliness, solitude; wenn man alleine ist; das Gegenteil von gesellig und Routine. Was bedeutet Einsamkeit? Einsamkeit bedeutet, wenn man alleine ist, also ausgenommen der Hund. Aber wenn man also nicht so wirklich viel– Das Gegenteil wahrscheinlich von seiner Mutter gesellig, ja. Äh, er ist also, ähm, hat also so ‘n sehr routiniertes und einsames Leben, aber, äh, scheinbar war er eigenartig gelassen, relaxed, entspannt ob seiner, äh, Einsamkeit und Routine. So, äh, Außenstehende, andere beschrieben ihn auch als eigenbrötlerischeigenbrötlerisch – eccentric, reclusive; schrullig; jemand, der in seiner eigenen Welt lebt – wie jemand, der sein eigenes Brot backt und schwierig. Das Wort eigenbrötlerisch ist ‘n bisschen interessant. Das bedeutet so was wie, auch so was wie schrullig. Also wenn man wahrscheinlich so sein eigenes Brot backt, wenn man also so in seiner eigenen Welt ist und seine eigenen Dinge so macht Ähm, das wäre wahrscheinlich die Definition von eigenbrötlerisch. Ähm, genau und wir waren nicht bei Scharlatan, eigenbrötlerisch. Äh, aber innerlich hat Schopenhauer, äh, Frieden gefunden. Ich muss nicht unbedingt super bekannt sein und super berühmt sein. Ich weiß, dass meine Philosophie, ähm, einen Wert hat und Sinn ergibt. Ähm, und das Interessante ist auch, dass er das Vater, das Vater, das Vermögen von seinem Vater geerbt hat und das, äh, hat ihn finanziell unabhängig gemacht. Und er war also nicht darauf angewiesenangewiesen sein auf – to be dependent on, to rely on; ich bin darauf angewiesen = I depend on it, äh, irgendwie zu unterrichten, zu lehren oder auf Verlage, äh, war er auch nicht angewiesen, dass du also wie so ‘n normaler Autor, du schreibst ein Buch, ein Buch, bekommst erst mal einen Vorschuss und musst dann das Buch schreiben und dann auch irgendwann abgeben, das, äh, Skript zu dem Buch. Und das muss dann auch irgendwann veröffentlicht werden, sodass der Verlag dann hoffentlich Profit macht aus diesem Buch. Das alles hatte Schopenhauer aber nicht. Äh, er war also komplett frei und das find ich also interessant. Und das macht wahrscheinlich auch, das machen seine späteren Werke und dazu kommen wir gleich, auch wahrscheinlich ‘n bisschen interessanter. Bei Voltaire, wie gesagt, ich hatte jetzt Urlaub, konnte ich ‘n bisschen zu Voltaire lesen. Bei Voltaire war das ähnlich. Voltaire hat ‘n Haufen Geld gemacht. Da gab’s ‘ne Lotterie in Frankreich und mit ‘nem Mathematikerfreund hat er festgestellt, dass man diese Lotterie einfach mathematisch gewinnen konnte. Bla bla bla bla bla. Voltaire hat auch viel Geld gemacht und war dann unabhängig. Und wenn du nicht darauf angewiesen bist, jetzt deine Hypothek abzubezahlen oder ‘n monatlichen Gehalt zu verdienen, dann kannst du ja auch frei schreiben. Du bist dann nicht, du kannst dann schreiben, was du willst. Also natürlich wurde Voltaire auch gerne mal irgendwie ins Exil verbannt beziehungsweise musste das Land verlassen, ähm, nach, äh, England oder dann nach, ähm, nach in die Schweiz. Aber er konnte Voltaire und wahrscheinlich Schopenhauer dann später auch, konnte also unabhängig schreiben und das find ich, macht Schopenhauer, äh, interessant Diese finanzielle Unabhängigkeit, äh, frei denken zu können.
Kapitel 6 – Der späte Ruhm
So, und, äh, dann kam aber der späte Ruhmder Ruhm – fame, glory, renown; berühmt = famous; der späte Ruhm = Ruhm, der erst spät im Leben kommt. Wir sind jetzt im Kapitel sechs, der späte Ruhm. Ähm, also Ruhm, der späte Erfolg, die späte Berühmtheit. Und das, äh, fand statt, als Schopenhauer 63 Jahre alt war. Äh, er hat sein Leben damit verbracht, verbracht, Bücher zu schreiben, die kaum jemand liest. Ähm, aber die Hoffnung auf Anerkennung hat er nie aufgegeben. Und dann im Jahre 1851 veröffentlicht er Aphorismen. Und zwar heißen die Parer-Parerga und Paralipomena. Ich hab’s wahrscheinlich falsch ausgesprochen. Mein, äh, ich denke mal, das Latein ist nicht so super, ähm, aber das bedeutet im Prinzip so was wie By Works, so was wie zusätzliches Material und das, was ich noch ausgelassen habe. Ähm, also nicht seine Hauptwerke. Und das sind also kurze Essays und Aphorismen. Und die waren unglaublich klar, direkt, witzig und weise und sehr erfolgreich. Und was ist passiert? Das war zuerst in England erfolgreich, ähm, und dann in Deutschland. Und, ähm, ein Zeitungsartikel erscheint über Schopenhauer und dann noch einer und Studenten fangen an, seine Bücher zu lesen und zu kaufen und Menschen schreiben ihm Briefe. Äh, und Schopenhauer erlebt also in den letzten Jahren seines Lebens seinen Ruhm und Erfolg. Ähm, und, äh, und ja, das ist interessant. Und dieses Buch, diese Aphorismen zur Lebensweisheit, die wurden auch, also das ist, das, das ist, glaub ich, ein Teil daraus. Ähm, das, dieses Buch erschien dann auch also am Ende seines Lebens. Und im Jahre oder ja, im Jahre 1860, also am 21. September 1860, stirbt er dann in Frankfurt in seiner Wohnung, ruhig, alleine und der Pudel sitzt daneben. Also so ist das überliefert, ob das wirklich so ist, keine Ahnung. Aber er hatte seinen Durchbruch gerade noch so. Also er hatte 1851 seinen Durchbruch und 1860 ist er dann gestorben. Ähm, das ist ‘n bisschen tragisch, aber auch, das ist ja irgendwie häufig der Fall. Er hatte sogar noch Glück. Die meisten Künstler und Philosophen werden ja erst berühmt nach ihrem Tod. Äh, er hat’s noch geschafft vor seinem Tod. Ähm, genau. Und gibt’s noch Wörter, die hier, die ich hier noch erklären sollte? Der Durchbruch, the breakthrough, also wenn, ja, er hat also dann seinen Erfolg erreicht
Letztes Kapitel – Das Vermächtnis
Und, ähm, jetzt kommen wir zum letzten Kapitel, und zwar das Vermächtnisdas Vermächtnis – legacy, bequest; das, was jemand nach seinem Tod hinterlässt von Schopenhauer. Vermächtnis ist also das, was er nach seinem Tod hinterlässt. Sein Vermächtnis, seine Leistung im Bereich Philosophik, Philosophie, sein Werk und so weiter. Ähm, und, ähm, genau. Was Interessantes ist, dass er richtig Einfluss hatte auf Friedrich Nietzsche, der als junger Student war er sehr begeistert von Schopenhauer und nennt ihn so’n bisschen als Erzieher, wo, wo aber später in seinem Leben hat dann Nietzsche so’n bisschen Distanz entwickelt. Richard Wagner liest auch Schopenhauer und war so überwältigt, dass er sogar das Libretto von den, äh, Nibelungen kurzerhand umschreibt. Ähm, Wagner hat, äh, wurde also beeinflusst von Schopenhauer und Sigmund Freud auch. Äh, äh, er, ähm, er, äh, entwickelte dieses Konzept des Unbewussten und hat dabei auch Schopenhauer gelesen und wurde von Schopenhauer beeinflusst. Ähm, genau. Historiker sagen, dass Freud Schopenhauer gelesen hat, auch wenn Freud das nie selbst gerne zugab. Äh, ist ja interessant. Tolstoi, Einstein und Borges, alle wurden von Schopenhauer beeinflusst. Ist ganz interessant. Also ich find sein, dieses Aphorismen, diese Aphorismen zur Lebensweisheit sehr gut. Also zumindest die erste Hälfte, die zweite Hälfte hab ich noch nicht gelesen oder zumindest hab ich das so’n bisschen sporadisch gelesen. Ähm, genau richtig. Und, ähm, welche Sachen hat, w-welche Sachen hat, äh, äh, Schopenhauer, ähm, hinterlassen? Heute ist ja sehr im Trend der Stoizismus, äh, die Achtsamkeitsbewegungdie Achtsamkeitsbewegung – mindfulness movement; achtsam = auf den Moment achten, im Jetzt leben. Also wie– Stoizismus, glaub ich, brauch ich nicht erklären, aber Achtsamkeitsbewegung ist also, wenn man achtsam ist, dann achtet man auf den Moment, auf die Dinge, die man gerade macht, wenn man Essen isst, wenn man hier sitzt und eine Podcast-Episode aufnimmt und nicht immer an die Zukunft denkt. Ähm, na ja, ich hoffe, meine Erklärung war so halbwegs, äh, in Ordnung. Und, äh, die Frage nach dem Sinn in einer überforderten Welt. Alles das hat Schopenhauer vermacht, äh, oder hinterlassen. 200 Jahre später denken und reden Personen immer noch über Schopenhauer. Was ich eingangs erwähnt hab, ist also, dass er den, die westliche Philosophie und den Buddhismus kombiniert hat und irgendwie auch integriert hat. Und, ähm, ich würde sagen, hier beenden wir die heutige Podcast-Episode. In der Bonus-Episode werd ich noch ‘n Kapitel acht dranhängen. Und zwar werden wir da ‘n bisschen genauer eingehen, äh, äh, auf die Gedanken, das, was Schopenhauer gedacht hat und entwickelt hat. Da gibt’s noch so ‘n paar interessante Kapitel, so ‘n paar interessante Gedanken und, äh, die will ich noch ‘n bisschen genauer erklären und ‘n bisschen genauer darauf eingehen. Wie gesagt, ich bin ja kein Philosoph, äh, Philosoph, sondern ich interessier mich einfach nur dafür. Ich möchte das einfach erklären und super verständlich, weil ich’s auch nicht kompliziert erklären kann. Aber primär wollen wir ja Deutsch lernen und ich glaube, das ist interessant, wenn man Dinge, so ‘n bisschen Dinge lernt, die man auch verstehen kann und gleichzeitig neue Wörter und Vokabeln lernen kann, wenn man das dann auch kombinieren kann im Kopf. Genau. Und, äh, in der, äh, in der Mitgliedschaft gibt es diese Bonus-Episode. Die Mitgliedschaft findest du auf meiner Website expertlygerman.com und da werd ich das Transkript auch einbauen. Äh, das Transkript kannst du dir dann anschauen und die einzelnen Wörter anklicken oder auch Wortgruppen anklicken. Diese Funktion gibt’s in der Mitgliedschaft 2.0. Die Informationen dazu stehen in der Mitgliedschaft. Ähm, und, ähm, in der Mitgliedschaft werd ich dann auch noch so ‘n paar Vokabeln genauer erklären und auch ‘n paar Übungsfragen dann mit einbauen. Primär natürlich, um dein Hörverständnis zu trainieren, aber auch so ‘n paar Deutschfragen mit einbauen. Wir wollen ja primär Deutsch lernen. So, ich hoffe, dir hat diese Episode gefallen. Vielen herzlichen Dank. Tschüss und bis zum nächsten Mal.
Outro
So und damit herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Episode. Heute haben wir wieder eine etwas andere Podcast-Episode. Vor, ich glaube, drei Episoden haben wir die Geschichte von Berlin besprochen und damit ‘n bisschen Deutsch gelernt. Und das Feedback war einfach unglaublich positiv und deshalb hab ich mir gedacht: “Hm, welches Thema findet ihr denn vielleicht noch interessant? Und welches Thema oder welche Themen find ich denn interessant?” Und, äh, ich glaube, wenn ich das interessant finde, dann kommt das auch so authentisch rüber wie möglich und das ist mein Ziel. Deshalb besprechen wir heute Arthur Schopenhauer, ein deutscher, ein berühmter, denk ich mal, deutscher Philosoph. Wir schauen uns so ‘n bisschen den Lebensweg an. Wir– vielleicht sprechen wir auch so ‘n bisschen über seine Gedanken, über sein, sagen wir mal, intellektuelles Vermächtnis Aber wir schauen uns auch besonders seinen Lebensweg an. Also wo kommt er her? Was hat er gemacht? Also Arthur Schopenhauer. Äh, wenn das möglich ist, versuche ich hier mal noch ein Bild einzublenden, äh, sodass ihr auch so ‘n bisschen eine Vorstellung habt, wie Arthur Schopenhauer denn aussah. Also er wurde geboren am 22. Februar 1788. Ich weiß nicht, ob das Geburtsdatum jetzt so unglaublich wichtig ist, ist, aber das Jahr find ich interessant. Also wir sind im 18. Jahrhundert, also 1788. Und wo wurde er geboren? Er wurde in Danzig geboren. Das ist heute Gdansk. Ich hoffe, ich hab’s richtig ausgesprochen und das liegt in Polen. Und es war eine reiche Handelsstadt an der Ostsee. Die Ostsee ist, liegt im Osten, wohingegen die Nordsee im Norden liegt. Beide sind eigentlich im Norden. Auf Englisch, die Ostsee wäre the Baltic Sea. Na ja, und seine Familie, die Familie von Schopenhauer, war wohlhabend. Warum war die Familie von Schopenhauer wohlhabend? Weil sein Vater ein Kaufmannder Kaufmann – merchant, trader; jemand, der Waren kauft und verkauft. Feminine: die Kauffrau. war. Ein, man kann sagen, Großkaufmann. Das ist relativ interessant. Ich interessiere mich ja für Unternehmer, ich versuch, mich aber kurz zu halten. Er hat im Prinzip Waren importiert und exportiert, also hat so diesen Ost-West-Handel geführt zwischen, ja, also Danzig, Gdansk und, äh, Großbritannien beispielsweise und Frankreich. Dadurch, dass Danzig ja direkt an der Küste liegt. Er hatte also da ein großes Handelsunternehmen und war damit auch sehr erfolgreich. Und was auch interessant ist, ist, dass der Vater von Arthur Schopenhauer, also Heinrich Floris Schopenhauer, ähm, war nicht nur ehrgeizig und weltoffen, sondern auch ein großer Bewunderer von Voltaire und Kant. Was natürlich interessant ist, weil das wahrscheinlich Arthur Schopenhauer beeinflusst hat. Ich hab ‘n bisschen, ich war jetzt im Urlaub für zwei Wochen in Frankreich und hab ‘n bisschen Voltaire gelesen und ‘n bisschen was dazu gelernt. Äh, Voltaire ist auch unglaublich interessant und vielleicht machen wir dazu mal ‘ne Episode, weil Voltaire hat auch, äh, viele Berührungspunkte mit Deutschland und auch der deutschen Sprache. Vielleicht können wir das so ‘n bisschen, äh, kombinieren. Na ja, jedenfalls, äh, seine Mutter, die von Schopenhauer, Johanna Schopenhauer, war auch eine sehr gebildete und geselligegesellig – sociable, outgoing; gerne von Leuten umgeben, sozial; das Gegenteil von einsamkeitsliebend Frau. Was bedeutet gesellig? Gesellig bedeutet so was wie sozial, also ist gerne von Leuten umgeben, unternimmt gerne w-was mit Leuten und ist mit Leuten zusammen, kennt viele Leute, ähm, und, äh, sie wird später auch als Schriftstellerin bekannt. Aber die Beziehung zwischen Arthur Schopenhauer und seiner Mutter war scheinbar immer ‘n bisschen schwierig. Ähm, dann später, als Arthur vier Jahre alt, äh, ist oder war, äh, zieht er mit seiner Familie nach Hamburg. Ich find das auch interessant, weil Hamburg und Danzig, das sind ja beide Städte, Handelsstädte, Hansestädte, die an der Küste liegen und wahrscheinlich gab’s da sowieso schon viel Handel und deshalb war dieser Umzug nach Hamburg irgendwie auch ‘n bisschen offensichtlich aus geschäftlichen Gründen für den Vater. Ähm, und dann kommt das, ähm, ja wahrscheinlich größte oder ein sehr großes Ereignis im Leben, äh, von Schopenhauer. Und zwar sein Vater stirbt dann 1805. Also er ist 1788 geboren. Das sind, äh, zwölf plus fünf, das sind 17 Jahre. Also ist Arthur Schopenhauer 17, als sein Vater stirbt. Ähm, also relativ jung, wahrscheinlich durch Suizid, aber, ähm, ich, also das hab ich so gelesen und gefunden. Ähm, äh, und dieser Moment, dass sein Vater also stirbt, dass er Suizid begeht, Selbstmord, ähm, das prägtprägen – to shape, to influence; einen bleibenden Eindruck hinterlassen – wie eine Münze prägen Schopenhauer. Ähm, und das hinterlässt eine große Wunde im Leben von Schopenhauer. Das Wort prägen bedeutet so was wie, w-w-wir würden auch sagen, eine Münze prägen. Aber in diesem Fall bedeutet das also so was wie, es beeinflusst ihn sehr, es formt ihn sehr. Es, ähm, ja, bleibt in seinem Gedächtnis und hat einen großen Einfluss auf sein Leben. Prägen. So, jetzt, äh, gibt’s noch andere Wörter, die ich noch erklären wollte. Gesellig hab ich erklärt. Ach so, das Wort Kaufmann wollte ich noch erklären. Kaufmann würde man wahrscheinlich so was wie als Geschäftsmann, äh, heute bezeichnen. Ähm, ja, Businessman, Kaufmann damals, würd ich sagen, Kaufmann bezieht sich auch sehr eben auf so diesen, diesen, diesen Import und Export von Waren. Ist so in meiner, in meiner Definition Okay, so, jetzt machen wir weiter mit Kapitel zwei: Ein Leben zwischen Handel und Philosophie. So, also nach dem, äh, Tod von Schopenhauer steht Arthur vor der Wahl, weil scheinbar hat sich, äh, Schopenhauer schon immer, ich denke mal, durch den Einfluss von seinem Vater, weil der mochte ja sehr Kant und Voltaire. Äh, durch den Einfluss von seinem Vater hat er sich für Philosophie interessiert, sehr für Philosophie interessiert, aber sein Vater wollte, dass er, äh, Kaufmann wird, dass Arthur Schopenhauer Kaufmann wird und, äh, hat dafür gesorgt, dass er dann also das Familiengeschäft übernehmen soll. Aber Arthur wollte das eigentlich gar nicht wirklich. Arthur wollte vielmehr Philosophie studieren, was ich auch irgendwie nachvollziehen kann. Ich find das interessant, weil wenn du in einem, in einer Familie aufwächst, die viel Geld hat, ähm, ist wahrscheinlich dieser, dieses Verlangen danach, viel Geld zu verdienen, deutlich weniger ausgeprägt, als wenn du in einer Familie aufwächst, die arm ist oder sehr wenig Geld hast, hat. Und, äh, du machst dir über andere Dinge Gedanken. Und wenn du dir über andere Dig-Dinge, äh, Dinge Gedanken machst, ist Philosophie definitiv eine Option. Äh, das Problem war aber, dass er hat sich nicht getraut, sich gegen den Willen von seinem Vater, gegen den Willen seines Vaters zu handeln. Dieser Wille war, dass er Kaufmann wird und das Unternehmen übernimmt. Er versucht das also für zwei Jahre und ist aber super unglücklich in diesem Handelskontor. Und dann, 1809, entscheidet er sich, äh, dass er nicht mehr weitermacht. Er gibt den Beruf als Kaufmann auf und beginnt sein Studium an der Universität Göttingen. Und wenn du dir so die deutsche, ähm, äh, wenn du dir so Deutschland anschaust auf Google Maps oder irgendwo anders, dann stellst du fest, dass Göttingen so ziemlich in der Mitte von Deutschland ist. Ist ganz interessant und, äh, beginnt da also sein Studium und zwei Jahre später geht er dann nach Berlin, ähm, und er promoviertpromovieren – einen Doktortitel erwerben; die Promotion erfolgreich abschließen 1813, ähm, dann in der Universität oder an der Universität Jena. Und jetzt was vielleicht ganz interessant Oder überhaupt nicht interessant ist, ist der Titel seiner Dissertation, also von seiner PhD Thesis, seiner Dissertation. Und über– Also der Titel lautet: Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde Also ihr als, äh, Leute, die Deutsch lernt, äh, ihr versteht das wahrscheinlich überhaupt nicht oder ihr versteht das und dann ha– w-wisst ihr wahrscheinlich deutlich mehr als ich. Wenn ich den Satz lese, versteh ich so wirklich kaum was. Also die einzelnen Wörter kenn ich, aber die Zusammensetzung als Satz ergeben für mich keinen Sinn. Wir könnten jetzt weiter darauf eingehen, aber ich glaube, wir lassen das. Was ich viel witziger finde, ist, dass seine Mutter liest die Dissertation und, äh, beschreibt das als: „Hm, wahrscheinlich ist das was für Apotheker.” Also ein Apotheker ist ja, also die Apotheke, the pharmacy und wenn du dann in die Apotheke gehst, dann siehst du da und triffst in der Regel einen Apotheker. Wahrscheinlich hat die Mutter die, den Titel gelesen und irgendwas mit Wurzel, äh, und und hat’s, hat dann im Prinzip die, das Fazit dann gezogen und hat dann gesagt: „Okay, das ist bestimmt interessant für Apotheker.” Na ja, das ist ‘ne kleine witzige Story am Rande. Äh, im– Wichtige Wörter aufgeben als trennbares Verb. Ich gebe auf. Das hatten wir, glaub ich, vor ‘n paar Episoden mal, kann ich mir, kann ich mich irgendwie so ganz vage erinnern. Ähm, also ich mache nicht mehr weiter. Ich, äh, resigniere. Ich, ähm, das ist zu anstrengend oder ich sehe nicht mehr den Nutzen. Ich höre mit etwas auf. Das hatten wir im Kontext, äh, Arbeit im Handelskontor, das, die, als den Beruf als Kaufmann, den hat er aufgegeben. Und dann das andere Wort hatte ich noch promovieren. Ich glaube, promovieren hatt ich erwähnt. Zumindest hatt ich gesagt Dissertation. Wenn man also promoviert, dann schreibt man seine Dissertation und, äh, diese Dissertation wird dann auch erfolgreich anerkannt, denke ich. Das ist dann also, dann promoviert man, wenn man also erfolgreich die Promotion, also PhD, abschließt. So, ähm, genau. Jetzt machen wir weiter mit Kapitel, äh, drei. Und zwar sein Hauptwerk. Das Hauptwerk, äh, was er geschrieben hat. So, 1818 erscheint dieses Hauptwerk, also sein wichtigstes Buch. „Die Welt als Wille und Vorstellung”. Und dieses Buch schreibt er im Alter von 30. Also Schopenhauer war jünger als ich, als er dieses Buch schreibt oder veröffentlicht hat. Ist interessant, ne? Ich find das relativ jung als Philosoph. Irgendwie denk ich immer, Philosophen müssen älter sein, Lebenserfahrung haben, aber das stimmt wahrscheinlich gar nich. Ist nur in meinem Kopf so Okay. Und in diesem Werk entwickelt er seine gesamte Philosophie. Die Kernidee ist, äh, die Welt, wie wir sie wahrnehmen, ist im Prinzip nur ‘n Bild. Vielleicht, ich hoffe, dass ich jetzt das nicht zu, sagen wir mal, einfach oder amateurhaft zusammenfasse. Ähm, die Welt ist nur ein Bild, wie wir sie in unserem Kopf wahrnehmen, wie wir sie in unserer Vorstellungskraftdie Vorstellung – mental image, idea, representation; Vorstellungskraft = imagination wahrnehmen. Unsere Augen filtern, unser Gehör filtern das raus, aber die eigentliche Welt sieht vielleicht ganz anders aus. Die reale Welt, die echte Welt, ähm, sieht vielleicht ganz anders aus, als wir sie wahrnehmen. Und, äh, äh, und, und, äh, das ist ein Kernpunkt, eine Kernidee von seiner Philosophie. Und, äh, die andere Sache ist, dass es eine irrationale Kraft gibt, der Willeder Wille – the will; bei Schopenhauer: eine blinde, irrationale Kraft, die alle Lebewesen antreibt, the will, der Wille. Und, äh, diese irrationale Kraft treibt alle Lebewesen an und ist auch die Q-, äh, die Quelle allen Leidensdas Leiden – suffering, pain; leiden = to suffer. Was auch interessant ist, ist, wenn wir hier das Wort Lei… Ich weiß nicht, ob ich das später noch mal erwähne. Wahrscheinlich. Aber Schopenhauer wurde auch sehr vom Buddhismus beeinflusst. Er war einer der, ich weiß nicht, ob der Erste oder einer der ersten westlichen Philosophen, die sich mit dem Buddhismus beschäftigt haben und den Buddhismus auch in, in die Philosophie, in die eigene Philosophie mit eingebaut haben. Ähm, und im Buddhismus, Buddha hat ja damals schon auch gesprochen, dass, äh, also etwas verlangen, wenn man etwas haben möchte, das ist der Ursprung allen Leidens. Und, äh, das hat auch, äh, Schopenhauer 2300 Jahre später oder so 2500 Jahre, 2300 Jahre später dann auch irgendwie festgestellt oder zumindest mit aufgegriffen. Ähm, Schopenhauer war total überzeugt natürlich, dass sein Werk ein absoluter Erfolg wird und dann wartet er und wartet und wartet. Wahrscheinlich so ‘n bisschen wie wenn ich irgendwie ‘ne Podcast-Episode aufnehme, wo ich denke: „Boah, diese Podcast-Episode muss richtig gut sein”, weil die so, weil ich da so viel Herzblut reingesteckt habe und weil mir diese Episode so gefällt und dann warte ich und warte ich und nichts passiert. Drei Leute gucken sich das an. Na ja, äh, und dieses Buch verkauft sich kaumkaum – barely, hardly, scarcely; kaum jemand = almost nobody; kaum etwas = almost nothing. Kaum bedeutet so was wie fast nicht. Ähm, und Kritiker ignorieren das. Die akademische Welt nimmt da kaum Notiz, beachtet das also kaum. Und diese Auflage, ‘n Großteil davon wird wieder gestoppt, äh, äh, also eingestampft. Ähm, doch Schopenhauer gibt nicht auf. Er ist felsenfest überzeugt, dass er recht hat und die Welt einfach noch nicht bereit ist für seine Philosophie. Hier ist das Wort felsenfest vielleicht ganz interessant. Also so fest wie ein Fels. Also der Fels ist so was wie Weil ich das, ich kann jetzt nur das englische Wort sagen, weil das irgendwie zu komplizierten Felsenstein, ein großer Stein ist ein Fels, the rock. Äh, und, äh, und wenn etwas so fest ist wie ein Fels, also felsenfest, dann kann man zum Beispiel von einer Sache, von seiner eigenen Idee oder von irgendeiner anderen Sache felsenfest überzeugt sein Wenn ihr in der Mitgliedschaft seid, könnt ihr übrigens auch die Wörter alle anklicken im Transkript und so weiter und könnt dann die Übersetzung sehen. Also, in der Mitgliedschaft ist es dann noch mal deutlich einfacher. Äh, genau, richtig. So, jetzt machen wir weiter. Also er hat sein Hauptwerk geschrieben, aber keine Sau interessiert sich dafür. Ähm, aber Schopenhauer gibt nicht auf. Schopenhauer, äh, zieht nach dem Erscheinen von seinem Hauptwerk nach Berlin. Genau. Und, äh, dort möchte er als Privatdozentder Privatdozent – unpaid university lecturer; kein festes Gehalt – verdient nur, wenn Studenten die Vorlesungen besuchen an der Universität lehren. Ah, vielleicht werd ich ja auch irgendwann mal Privatdozent, aber dadurch, da brauch ich deutli…, da muss ich deutlich mehr lesen noch dazu. Ähm, ich brauche, mir gefällt das englische Wort „erudition”, Gelehrsamkeit. Okay, so, sein Hauptwerk, ähm, wird veröffentlicht. Er zieht nach Berlin und dann passiert was, was ‘n bisschen lustig ist. Ähm, und zwar, äh, zu dieser Zeit lebt auch Hegel, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, äh, in der Stadt und er ist logischerweise auch ein sehr bekannter deutscher Philosophies, äh, Philosoph und alle seine Vorlesungen, also die von Hegel, sind komplett ausgebucht. Jeder will, äh, über Hegels Bücher sprechen und an seinen, äh, und an seinen Vorlesungen teilnehmen. Er ist im Prinzip der Inbegriff des Zeitgeists. Ich stell mir so Hegel so’n bisschen vor wie der absolute Rockstar zu der Zeit und, äh, Schopenhauer kommt dann, äh, dazu und denkt: „Ja, Hegel, du bist ein Scharlatander Scharlatan – charlatan, fraud; jemand, der andere täuscht. Wahrscheinlich vom Italienischen „scialare“ = plappern, schwatzen.” Äh, so, äh, Schopenhauer verachteteverachten – to despise, to hold in contempt; negativ über jemanden denken, ihn als wertlos bezeichnen Hegel und bezeichnet ihn als Scharlatan. Hier sind zwei Dinge ganz interessant. Das Wort, äh, verachten, hab ich das hier auch? Genau. Verachten ist also etwas, ja, negativ über etwas denken oder über jemanden denken. Also, ähm, missachten oder etwas als wertlos oder jemanden als wertlos bezeichnen. Unwürdig könnte man vielleicht auch sagen. Also Schopenhauer mochte Hegel überhaupt nicht, bezeichnete ihn als Scharlatan. Hier das Wort Scharlatan, hab ich kurz recherchiert, fand ich ganz interessant. Das Wort Scharlatan wurde Irgendwie aus dem Französischen genommen. Da gibt’s ja das Wort auch, aber ursprünglich kommt’s aus dem Italienischen. Und, äh, äh, äh, scialare, vielleicht spreche ich das komplett falsch aus. Meine italienischen Schüler mögen mir verzeihen, aber scialare, äh, ist dieses italienische Wort für Plappern oder Schwatzen, also Rumquatschen, äh, so wie ich das hier im Prinzip tue. Und jemand, der viel rumquatscht, einfach nur viel schwatzt, also viel erzählt, daher kommt so ‘n bisschen dieses Wort Scharlatan. Das ist ganz interessant, weil mich hat das irgendwie interessiert. Äh, ich find das Wort Scharlatan irgendwie gut. Also er mochte ihn nicht, äh, und hat dann Folgendes getan: Schopenhauer hat seine eigenen Vorlesungen direkt zur selben Zeit angeboten wie die von Hegels und hat gedacht: „Na ja, das, die Leute werden dann zu meinen Vorlesungen, zu die von Schopenhauer, äh, kommen und nicht mehr zu Hegels Hörsaal gehen.” Aber das Experiment hat leider nicht funktioniert, ist gescheitert, äh, und dann hat er das noch mal probiert, noch ‘n weiteres Semester und, äh, es ist immer dasselbe passiert und irgendwann gibt er dann auf und verlässt Berlin für immer. Ist ganz interessant, oder? Ja, na ja. Äh, und dann, ähm, versucht, also nach diesem Debakel, äh, zieht er erst nach München, dann nach Verona, also Italien und dann 1833 nach Frankfurt, Frankfurt am Main. Und da, dort bleibt er dann für den Rest seines Lebens. Dort wohnt er dann im selben Zimmer, scheinbar für den Rest seines Lebens, geht jeden Tag zur selben Zeit spazieren, isst Mittag im selben Restaurant. Äh, und die Frankfurter kennen ihn als den alten, bisschen schrulligen Philosophen mit seinem weißen Pudel. Er hatte also einen Hund, einen Pudel, weiß und, äh, die Frankfurter dachten also: „Ja, ist halt ‘n bisschen komisch, der Typ.“ Äh, aber, äh, das ist interessant, oder? Wenn man halt so Bücher liest. Also, äh, das Buch, das ich hier, ähm, gelesen hab von Schopenhauer oder sa-sagen wir mal so ‘n bisschen mehr als die Hälfte, ist dieses Buch hier. Ich hoffe, meine Kamera kann das erkennen. Und zwar sind das die Aphorismen zur Lebensweisheit. Und, äh, als Leute, die Deutsch lernen, ist es, würd ich sagen, für die Leute von euch, die so C1 sind, würd ich sagen, die können das lesen und verstehen. U-und alles darunter wird’s wahrscheinlich ‘n bisschen schwer. Aber diese Aphorismen sind sehr leicht. Also es ist kein Philosophiebuch Find ich so’n typisches klassisches Philosophiebuch. Zum Beispiel, ich hab hier in meinem Regal „Sein und Zeit” von Heidegger und, äh, das ist, äh, deutlich interessanter. Dieses Buch wurde mir hier übrigens von ‘nem Schüler empfohlen, der auch selber Philosophie studiert und ich glaube auch unterrichtet hat. Äh, und wenn jemand diesen Background hat, dann, dann hör ich da auf alle Fälle hin. Ähm, und, äh, und, äh, und dieses Buch, würd ich sagen, ist trotzdem relativ leicht verständlich, weil’s eben nicht so kompliziert geschrieben ist. Es ist ‘n bisschen ‘n Tick altes Deutsch, aber wirklich nur ‘n ganz bisschen. Was auch interessant ist, ist, äh, bei Schopenhauer ist, dass er, äh, Anglizismen verwendet in– Also zumindest hier in diesem Buch. Also so Wörter wie Oxygen, also Oxygen, wo wir ja in, auf Deutsch ‘n anderes Wort verwenden würden. Ähm, und, äh, und das finde ich ganz interessant, dass also sein Einfluss wahrscheinlich von seinem Vater, der Handel betrieb und, äh, Schopenhauer sprach ja scheinbar auch fließend Französisch und Englisch und das hat ihn auch, äh, scheinbar beeinflusst in seiner Schreibweise. Wahrscheinlich wär das be-bei mir wahrscheinlich ähnlich, wenn ich ‘n Buch schreibe, dass ich so’n ab und zu so’n paar Anglizismen verwenden würde, weil manchmal Wörter, die man aus anderen Sprachen verwendet, irgendwie die Sache besser beschreiben. Aus meiner Sicht zumindest. Ähm, jedenfalls, äh, machen wir jetzt weiter. Er lebt in Frankfurt. Äh, sein Pudel heißt AtmaAtma (Sanskrit: Ātman) – world soul; Schopenhauer nannte seinen Pudel Atma = Weltseele auf Sanskrit, was so viel heißt wie Weltseele auf Sanskrit. Äh, typisch Schopenhauer, die Weltseele. Er hätte seinen Hund auch Weltseele nennen können, aber ich wei-, denke mal, Atma klingt irgendwie ‘n bisschen besser. Jedenfalls schreibt er weitere kleinere Texte, aber der große Durchbruchder Durchbruch – breakthrough; der große Durchbruch = der entscheidende Moment des Erfolgs kommt nie so wirklich. Seine Jahre sind geprägt von Einsamkeitdie Einsamkeit – loneliness, solitude; wenn man alleine ist; das Gegenteil von gesellig und Routine. Was bedeutet Einsamkeit? Einsamkeit bedeutet, wenn man alleine ist, also ausgenommen der Hund. Aber wenn man also nicht so wirklich viel– Das Gegenteil wahrscheinlich von seiner Mutter gesellig, ja. Äh, er ist also, ähm, hat also so ‘n sehr routiniertes und einsames Leben, aber, äh, scheinbar war er eigenartig gelassen, relaxed, entspannt ob seiner, äh, Einsamkeit und Routine. So, äh, Außenstehende, andere beschrieben ihn auch als eigenbrötlerischeigenbrötlerisch – eccentric, reclusive; schrullig; jemand, der in seiner eigenen Welt lebt – wie jemand, der sein eigenes Brot backt und schwierig. Das Wort eigenbrötlerisch ist ‘n bisschen interessant. Das bedeutet so was wie, auch so was wie schrullig. Also wenn man wahrscheinlich so sein eigenes Brot backt, wenn man also so in seiner eigenen Welt ist und seine eigenen Dinge so macht Ähm, das wäre wahrscheinlich die Definition von eigenbrötlerisch. Ähm, genau und wir waren nicht bei Scharlatan, eigenbrötlerisch. Äh, aber innerlich hat Schopenhauer, äh, Frieden gefunden. Ich muss nicht unbedingt super bekannt sein und super berühmt sein. Ich weiß, dass meine Philosophie, ähm, einen Wert hat und Sinn ergibt. Ähm, und das Interessante ist auch, dass er das Vater, das Vater, das Vermögen von seinem Vater geerbt hat und das, äh, hat ihn finanziell unabhängig gemacht. Und er war also nicht darauf angewiesenangewiesen sein auf – to be dependent on, to rely on; ich bin darauf angewiesen = I depend on it, äh, irgendwie zu unterrichten, zu lehren oder auf Verlage, äh, war er auch nicht angewiesen, dass du also wie so ‘n normaler Autor, du schreibst ein Buch, ein Buch, bekommst erst mal einen Vorschuss und musst dann das Buch schreiben und dann auch irgendwann abgeben, das, äh, Skript zu dem Buch. Und das muss dann auch irgendwann veröffentlicht werden, sodass der Verlag dann hoffentlich Profit macht aus diesem Buch. Das alles hatte Schopenhauer aber nicht. Äh, er war also komplett frei und das find ich also interessant. Und das macht wahrscheinlich auch, das machen seine späteren Werke und dazu kommen wir gleich, auch wahrscheinlich ‘n bisschen interessanter. Bei Voltaire, wie gesagt, ich hatte jetzt Urlaub, konnte ich ‘n bisschen zu Voltaire lesen. Bei Voltaire war das ähnlich. Voltaire hat ‘n Haufen Geld gemacht. Da gab’s ‘ne Lotterie in Frankreich und mit ‘nem Mathematikerfreund hat er festgestellt, dass man diese Lotterie einfach mathematisch gewinnen konnte. Bla bla bla bla bla. Voltaire hat auch viel Geld gemacht und war dann unabhängig. Und wenn du nicht darauf angewiesen bist, jetzt deine Hypothek abzubezahlen oder ‘n monatlichen Gehalt zu verdienen, dann kannst du ja auch frei schreiben. Du bist dann nicht, du kannst dann schreiben, was du willst. Also natürlich wurde Voltaire auch gerne mal irgendwie ins Exil verbannt beziehungsweise musste das Land verlassen, ähm, nach, äh, England oder dann nach, ähm, nach in die Schweiz. Aber er konnte Voltaire und wahrscheinlich Schopenhauer dann später auch, konnte also unabhängig schreiben und das find ich, macht Schopenhauer, äh, interessant Diese finanzielle Unabhängigkeit, äh, frei denken zu können. So, und, äh, dann kam aber der späte Ruhmder Ruhm – fame, glory, renown; berühmt = famous; der späte Ruhm = Ruhm, der erst spät im Leben kommt. Wir sind jetzt im Kapitel sechs, der späte Ruhm. Ähm, also Ruhm, der späte Erfolg, die späte Berühmtheit. Und das, äh, fand statt, als Schopenhauer 63 Jahre alt war. Äh, er hat sein Leben damit verbracht, verbracht, Bücher zu schreiben, die kaum jemand liest. Ähm, aber die Hoffnung auf Anerkennung hat er nie aufgegeben. Und dann im Jahre 1851 veröffentlicht er Aphorismen. Und zwar heißen die Parer-Parerga und Paralipomena. Ich hab’s wahrscheinlich falsch ausgesprochen. Mein, äh, ich denke mal, das Latein ist nicht so super, ähm, aber das bedeutet im Prinzip so was wie By Works, so was wie zusätzliches Material und das, was ich noch ausgelassen habe. Ähm, also nicht seine Hauptwerke. Und das sind also kurze Essays und Aphorismen. Und die waren unglaublich klar, direkt, witzig und weise und sehr erfolgreich. Und was ist passiert? Das war zuerst in England erfolgreich, ähm, und dann in Deutschland. Und, ähm, ein Zeitungsartikel erscheint über Schopenhauer und dann noch einer und Studenten fangen an, seine Bücher zu lesen und zu kaufen und Menschen schreiben ihm Briefe. Äh, und Schopenhauer erlebt also in den letzten Jahren seines Lebens seinen Ruhm und Erfolg. Ähm, und, äh, und ja, das ist interessant. Und dieses Buch, diese Aphorismen zur Lebensweisheit, die wurden auch, also das ist, das, das ist, glaub ich, ein Teil daraus. Ähm, das, dieses Buch erschien dann auch also am Ende seines Lebens. Und im Jahre oder ja, im Jahre 1860, also am 21. September 1860, stirbt er dann in Frankfurt in seiner Wohnung, ruhig, alleine und der Pudel sitzt daneben. Also so ist das überliefert, ob das wirklich so ist, keine Ahnung. Aber er hatte seinen Durchbruch gerade noch so. Also er hatte 1851 seinen Durchbruch und 1860 ist er dann gestorben. Ähm, das ist ‘n bisschen tragisch, aber auch, das ist ja irgendwie häufig der Fall. Er hatte sogar noch Glück. Die meisten Künstler und Philosophen werden ja erst berühmt nach ihrem Tod. Äh, er hat’s noch geschafft vor seinem Tod. Ähm, genau. Und gibt’s noch Wörter, die hier, die ich hier noch erklären sollte? Der Durchbruch, the breakthrough, also wenn, ja, er hat also dann seinen Erfolg erreicht Und, ähm, jetzt kommen wir zum letzten Kapitel, und zwar das Vermächtnisdas Vermächtnis – legacy, bequest; das, was jemand nach seinem Tod hinterlässt von Schopenhauer. Vermächtnis ist also das, was er nach seinem Tod hinterlässt. Sein Vermächtnis, seine Leistung im Bereich Philosophik, Philosophie, sein Werk und so weiter. Ähm, und, ähm, genau. Was Interessantes ist, dass er richtig Einfluss hatte auf Friedrich Nietzsche, der als junger Student war er sehr begeistert von Schopenhauer und nennt ihn so’n bisschen als Erzieher, wo, wo aber später in seinem Leben hat dann Nietzsche so’n bisschen Distanz entwickelt. Richard Wagner liest auch Schopenhauer und war so überwältigt, dass er sogar das Libretto von den, äh, Nibelungen kurzerhand umschreibt. Ähm, Wagner hat, äh, wurde also beeinflusst von Schopenhauer und Sigmund Freud auch. Äh, äh, er, ähm, er, äh, entwickelte dieses Konzept des Unbewussten und hat dabei auch Schopenhauer gelesen und wurde von Schopenhauer beeinflusst. Ähm, genau. Historiker sagen, dass Freud Schopenhauer gelesen hat, auch wenn Freud das nie selbst gerne zugab. Äh, ist ja interessant. Tolstoi, Einstein und Borges, alle wurden von Schopenhauer beeinflusst. Ist ganz interessant. Also ich find sein, dieses Aphorismen, diese Aphorismen zur Lebensweisheit sehr gut. Also zumindest die erste Hälfte, die zweite Hälfte hab ich noch nicht gelesen oder zumindest hab ich das so’n bisschen sporadisch gelesen. Ähm, genau richtig. Und, ähm, welche Sachen hat, w-welche Sachen hat, äh, äh, Schopenhauer, ähm, hinterlassen? Heute ist ja sehr im Trend der Stoizismus, äh, die Achtsamkeitsbewegungdie Achtsamkeitsbewegung – mindfulness movement; achtsam = auf den Moment achten, im Jetzt leben. Also wie– Stoizismus, glaub ich, brauch ich nicht erklären, aber Achtsamkeitsbewegung ist also, wenn man achtsam ist, dann achtet man auf den Moment, auf die Dinge, die man gerade macht, wenn man Essen isst, wenn man hier sitzt und eine Podcast-Episode aufnimmt und nicht immer an die Zukunft denkt. Ähm, na ja, ich hoffe, meine Erklärung war so halbwegs, äh, in Ordnung. Und, äh, die Frage nach dem Sinn in einer überforderten Welt. Alles das hat Schopenhauer vermacht, äh, oder hinterlassen. 200 Jahre später denken und reden Personen immer noch über Schopenhauer. Was ich eingangs erwähnt hab, ist also, dass er den, die westliche Philosophie und den Buddhismus kombiniert hat und irgendwie auch integriert hat. Und, ähm, ich würde sagen, hier beenden wir die heutige Podcast-Episode. In der Bonus-Episode werd ich noch ‘n Kapitel acht dranhängen. Und zwar werden wir da ‘n bisschen genauer eingehen, äh, äh, auf die Gedanken, das, was Schopenhauer gedacht hat und entwickelt hat. Da gibt’s noch so ‘n paar interessante Kapitel, so ‘n paar interessante Gedanken und, äh, die will ich noch ‘n bisschen genauer erklären und ‘n bisschen genauer darauf eingehen. Wie gesagt, ich bin ja kein Philosoph, äh, Philosoph, sondern ich interessier mich einfach nur dafür. Ich möchte das einfach erklären und super verständlich, weil ich’s auch nicht kompliziert erklären kann. Aber primär wollen wir ja Deutsch lernen und ich glaube, das ist interessant, wenn man Dinge, so ‘n bisschen Dinge lernt, die man auch verstehen kann und gleichzeitig neue Wörter und Vokabeln lernen kann, wenn man das dann auch kombinieren kann im Kopf. Genau. Und, äh, in der, äh, in der Mitgliedschaft gibt es diese Bonus-Episode. Die Mitgliedschaft findest du auf meiner Website expertlygerman.com und da werd ich das Transkript auch einbauen. Äh, das Transkript kannst du dir dann anschauen und die einzelnen Wörter anklicken oder auch Wortgruppen anklicken. Diese Funktion gibt’s in der Mitgliedschaft 2.0. Die Informationen dazu stehen in der Mitgliedschaft. Ähm, und, ähm, in der Mitgliedschaft werd ich dann auch noch so ‘n paar Vokabeln genauer erklären und auch ‘n paar Übungsfragen dann mit einbauen. Primär natürlich, um dein Hörverständnis zu trainieren, aber auch so ‘n paar Deutschfragen mit einbauen. Wir wollen ja primär Deutsch lernen. So, ich hoffe, dir hat diese Episode gefallen. Vielen herzlichen Dank. Tschüss und bis zum nächsten Mal.



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Adjektiv
gesellig
→ sociable, outgoing
Gesellig bedeutet, dass jemand gerne unter Menschen ist und Gesellschaft genießt. Das Gegenteil wäre jemand, der Einsamkeit bevorzugt. – „Johanna Schopenhauer war sehr gesellig – das Gegenteil von ihrem Sohn Arthur.“
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Nomen
der Kaufmann / die Kauffrau
→ merchant, trader
Ein Kaufmann ist jemand, der Waren kauft und verkauft – also Handel treibt. Ein Großkaufmann macht das im großen Stil. – „Schopenhauers Vater handelte zwischen Danzig, England und Frankreich.“
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Verb
prägen
→ to shape, to influence
Wenn etwas oder jemand dich prägt, hinterlässt es einen bleibenden Eindruck auf deine Persönlichkeit – wie eine Münze, die geprägt wird. – „Der frühe Tod seines Vaters hat Schopenhauer sehr geprägt.“
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Nomen
die Hansestadt
→ Hanseatic city
Eine Hansestadt war eine Handelsstadt, die im Mittelalter dem Handelsbund der Hanse angehörte. Diese Städte im Norden Europas arbeiteten gemeinsam im Handel. – „Danzig, Hamburg, Lübeck und Bremen sind bekannte Hansestädte.“
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Verb
aufgeben (trennbar)
→ to give up, to quit
Aufgeben bedeutet, mit etwas aufzuhören oder etwas nicht weiterzumachen. Es ist ein trennbares Verb: „Ich gebe auf.“ – „Schopenhauer gab den Kaufmannsberuf nach zwei Jahren auf.“
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Verb
promovieren
→ to get a doctorate (PhD)
Promovieren bedeutet, einen Doktortitel an einer Universität zu erwerben – also die Dissertation erfolgreich abzuschließen. Das Ergebnis ist die Promotion. – „Schopenhauer promovierte 1813 an der Universität Jena.“
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Nomen
die Vorstellung
→ idea, mental image; (philosophy) representation
Eine Vorstellung ist ein Bild oder eine Idee, die man im Kopf hat. Bei Schopenhauer bedeutet es, dass die Welt, die wir wahrnehmen, nur eine Konstruktion unseres Geistes ist. – „Die Welt als Vorstellung – alles ist ein Bild in unserem Kopf.“
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Nomen
der Wille
→ the will
Bei Schopenhauer ist der Wille eine blinde, irrationale Kraft, die alle Lebewesen antreibt. Er ist nicht vernünftig – und genau das macht ihn zur Quelle des Leidens. – „Der Wille treibt uns an, ohne dass wir es merken.“
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Nomen
das Leiden
→ suffering, pain
Leiden bezeichnet Schmerz, Unglück oder negative Erfahrungen des Lebens. Das Verb ist „leiden“. Schopenhauer glaubte, dass der blinde Wille die Ursache allen Leidens ist. – „Er leidet. / Das Leiden ist unvermeidlich.“
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Adverb
felsenfest (überzeugt)
→ rock-solidly convinced, absolutely certain
Felsenfest bedeutet so sicher wie ein Fels – also ohne jeden Zweifel, absolut stabil. Man verwendet es oft mit „überzeugt“. – „Obwohl sein Buch sich kaum verkaufte, war Schopenhauer felsenfest überzeugt, dass seine Ideen richtig waren.“
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Nomen
der Privatdozent
→ unsalaried university lecturer
Ein Privatdozent ist ein akademisch qualifizierter Dozent an der Universität, der kein festes Gehalt bekommt. Er verdient nur, wenn Studenten seine Vorlesungen besuchen. – „Als Privatdozent in Berlin hatte Schopenhauer kaum Zuhörer.“
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Nomen
der Scharlatan
→ charlatan, fraud
Ein Scharlatan ist jemand, der andere täuscht und sich wichtiger macht, als er ist. Das Wort kommt wahrscheinlich vom italienischen „scialare“ – also plappern oder schwatzen. – „Schopenhauer nannte Hegel öffentlich einen Scharlatan.“
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Nomen
die Einsamkeit
→ loneliness, solitude
Einsamkeit bedeutet, allein zu sein – ohne viel Gesellschaft oder Kontakt zu anderen Menschen. Das Gegenteil von gesellig. – „Schopenhauers Jahre in Frankfurt waren geprägt von Einsamkeit und Routine.“
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Adjektiv
eigenbrötlerisch
→ eccentric, reclusive
Eigenbrötlerisch beschreibt jemanden, der in seiner eigenen Welt lebt und wenig Kontakt zu anderen sucht – wie jemand, der sein eigenes Brot backt. Ähnlich wie „schrullig“. – „Außenstehende beschrieben Schopenhauer als eigenbrötlerisch und schwierig.“
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Phrase
angewiesen sein auf
→ to be dependent on, to rely on
Wenn man auf etwas angewiesen ist, braucht man es unbedingt – man kann nicht ohne es auskommen. – „Dank seines geerbten Vermögens war Schopenhauer nicht auf Verlage oder Lehraufträge angewiesen.“
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Nomen
die Anerkennung
→ recognition, appreciation
Anerkennung bedeutet, dass andere die eigene Arbeit oder Person wertschätzen und respektieren. „Anerkannt werden“ = respektiert und geschätzt werden. – „Schopenhauer hat die Hoffnung auf Anerkennung nie aufgegeben.“
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Adverb
kaum
→ barely, hardly, scarcely
Kaum bedeutet „fast nicht“ oder „beinahe gar nicht“. „Kaum jemand“ = fast niemand. „Kaum etwas“ = fast nichts. – „Das Buch verkaufte sich kaum – die Erstauflage wurde eingestampft.“
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Verb
verachten
→ to despise, to hold in contempt
Verachten bedeutet, sehr negativ über jemanden zu denken – ihn als wertlos oder unwürdig zu betrachten. Das Nomen ist „die Verachtung“. – „Schopenhauer verachtete Hegel und hielt ihn für einen intellektuellen Betrüger.“
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Nomen
der Durchbruch
→ breakthrough
Ein Durchbruch ist der entscheidende Moment des Erfolgs – wenn etwas endlich Anerkennung findet. „Einen Durchbruch schaffen“ = erfolgreich werden. – „Schopenhauers Durchbruch kam erst mit 63 Jahren, im Jahr 1851.“
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Nomen
das Vermächtnis
→ legacy, bequest
Das Vermächtnis ist das, was jemand nach seinem Tod hinterlässt – Ideen, Werke oder materieller Besitz. Von „hinterlassen“. – „Schopenhauers Vermächtnis zeigt sich im Einfluss auf Nietzsche, Wagner und Freud.“
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Nomen
die Achtsamkeitsbewegung
→ mindfulness movement
Die Achtsamkeitsbewegung beschreibt die Praxis, bewusst im Moment zu leben und nicht ständig an Vergangenheit oder Zukunft zu denken. „Achtsam“ = aufmerksam, im Jetzt. – „Schopenhauers Ideen haben viele Ähnlichkeiten mit der modernen Achtsamkeitsbewegung.“
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Nomen
der Ruhm
→ fame, glory, renown
Ruhm bedeutet, dass man von vielen Menschen bekannt und anerkannt ist. „Berühmt“ = famous. „Der späte Ruhm“ = Ruhm, der erst spät im Leben kommt. – „Schopenhauer erlebte seinen Ruhm erst mit über 60 Jahren.“
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Verb
hinterlassen
→ to leave behind
Hinterlassen bedeutet, nach dem Tod oder nach dem Weggehen etwas zurückzulassen – sei es Werke, Einfluss oder Besitz. – „Schopenhauer hat der Philosophie ein bedeutendes Vermächtnis hinterlassen.“
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Übung 1
Multiple Choice
Wähle die richtige Antwort.



Übung 2
Zuordnung – Was bedeutet das?
Wähle die richtige Bedeutung für jeden Begriff aus der Episode.



Übung 3
Richtig oder Falsch?
Sind die Aussagen über Schopenhauer richtig oder falsch?

Übung 4
Lückentext – Richtige Wortform eintippen
Schreibe das passende Wort in die Lücke. Achte auf die richtige Form! (Groß- und Kleinschreibung wird nicht geprüft.)


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