Episode 265 · B1–C1
Voltaire – Dichter, Denker, Rebell
📅 4. Juli 2026
⏱ ca. 45 Minuten
📝 Philosophie & Biographie
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B1
B2
C1
Einleitung
François-Marie Arouet oder besser bekannt als Voltaire, ist das Thema der heutigen Podcast-Episode. Und wir wollen natürlich dabei Deutsch lernen. Also wie in der letzten Episode zu Arthur Schopenhauer schauen wir uns heute ‘n bisschen die Biografie von Voltaire an und die ist ziemlich interessant. Ich war ja grade im Urlaub in Frankreich, ist jetzt schon ‘ne Woche oder zwei Wochen her, hatte da ‘n bisschen Zeit, hab ‘n bisschen was zu Voltaire gelesen, fand das ganz interessant. Hab mir gedacht: „Ja, das kannst du eigentlich auch in deinen Podcast irgendwie mit einbauen.” Und mir gefällt es. Ich weiß nicht, ob euch das so geht, aber wenn ich hier recherchiere zu diesen verschiedenen Themen, das macht richtig Spaß. Ich hab eigentlich nur nicht genügend Zeit, um noch tiefer in die Themen irgendwie einzutauchen. Das wäre irgendwie cool. Ähm, und dadurch, dass es irgendwie Spaß macht, ich lerne was und ich glaube, dieser Spaß überträgt sich auch ‘n bisschen an euch. Na ja, wir gucken mal, wie euch diese, äh, Episode gefällt. François-Marie Arouet Voltaire wird am 21. November 1694 geboren in Paris. Jetzt denkst du dir: „Tom, ich will was zu Deutschland lernen oder zu den Deutschen lernen.” Gemach, gemach. Es gibt auch ein paar Überschneidungen hier zu Deutschland und zur deutschen Sprache, denn der Herr Voltaire hat auch mal in Deutschland gelebt für drei, für trois, für drei Jahre und dann später auch in, äh, im französischen Teil von, äh, von der Schweiz beziehungsweise an der Grenze zwischen der Schweiz und, äh, Frankreich. Hat, äh, also ‘n bisschen Überschneidungen und eines seiner bekanntesten Werke, Kandid, spricht auch oder handelt von einem Deutschen. Na ja und mich interessieren auch einfach viele Themen. Nicht nur Themen über Deutsche und irgendwie Deutschland, sondern zu Themen über England, Frankreich, Italien, überall auf der Welt und ganz viele verschiedene Themen. Und ich glaube, wir können dabei richtig gut Deutsch lernen. Let’s do it.
Kapitel 1 – Die frühen Jahre
Okay, so, sein Vater, ist ja auch immer wichtig, wo so die herkommen. Zur Mutter hab ich gar nicht so viel geschrieben, um ehrlich zu sein. Aber sein Vater war Notar und war gutbürgerlichgutbürgerlich – respectable middle-class; beschreibt jemanden aus der wohlhabenden bürgerlichen Gesellschaft – weder arm noch adlig, wohlhabend und respektabel oder wurde respektiert. Äh, aber kein Adel. Das hatten wir, äh, glaub ich, letzte Woche schon. Ähnlich wie Schopenhauer, Arthur, äh, war Arthur ja eigentlich eher in einer Familie, wo Geld jetzt nicht so ‘n Riesenproblem war, weil sein Vater ein erfolgreicher Kaufmann war. Ähm, aber auch, äh, Schopenhauer war kein Adel, also Nobility, kein Adel, no Nobility. Aber er besuchte ein gutes Collège. Ich sprech ‘n bisschen Französisch hier jetzt in der Episode. Bitte verzeiht mir alle möglichen Fehler der Aussprache. Äh, an einem renommierten Collège Louis le Grand, äh, in Paris. Das wurde geführt von Jesuiten. Das ist übrigens auch ‘n interessantes Thema, aber das kommt irgendwann mal. Dort lernt er Latein, Griechisch und Rhetorik. Aber was er da besonders lernt, ist den Witz. Und, äh, dieser Witz, den er besitzt in seiner Sprache, in dem, was er schreibt, äh, das wird ihn sein ganzes Leben lang begleiten. Also irgendwie ist das so seine Stärke, Satire, Ironie, äh, zu verwenden Schon als Teenager schreibt er satirische Verse und, äh, spitze, lustige, gefährliche Verse über Politiker, über die Kirche, über den Hof. Der Hof ist so was wie da, wo die Könige, da wo die, da wo der Adel lebt. Und die Leute lachen, Frankreich, aber die Mächtigendie Mächtigen – the powerful (people); diejenigen, die viel Einfluss und Macht haben; mächtig = powerful; Möge die Macht mit dir sein = May the force be with you nicht. Die lachen weniger. Und dann hat er wahrscheinlich festgestellt: „Naaa, vielleicht ist es besser, wenn ich lieber ‘n Pseudonymdas Pseudonym – pen name, pseudonym; ein erfundener Name, den man statt des echten Namens verwendet; z.B. als Schriftsteller oder Dichter verwende und hat dann festgestellt: „Hm, Voltaire, das ist das Anagrammdas Anagramm – anagram; ein Wort, das durch Umstellen der Buchstaben eines anderen Wortes entsteht; AROUET LE JEUNE → VOLTAIRE wahrscheinlich, das ich verwende.” Äh, also ihr fragt euch jetzt wahrscheinlich: Wie kommt denn aus einem Arouet, äh, wie, wie kommt man da oder François-Marie Arouet, wie kommt man denn da zu einem, äh, zu einem Voltaire? Ein V zum Beispiel. Arouet le Jeune, also der Junge, the young. Und im, äh, in, im, im, in der lateinischen Sprache oder in der lateinischen Schreibweise von seinem Namen wird das U in Arouet als V geschrieben. Ich hoffe, ich hab das richtig recherchiert und deshalb kann man dieses Arouet le Jeune zusammen kombinieren als Voltaire. Na ja, ähm, vielleicht noch hier zu einzelnen Wörtern: Die Mächtigen. Was bedeutet die Mächtigen? Also die Mächtigen lachen nicht, hab ich gesagt. Die Mächtigen ist so was wie the powerful. Möge die Macht mit dir sein, sagt Yoda. May the force be with you. Und diese Force kann hier auch als Power verwendet werden. Und dann ist die Macht, die Macht dann liegt dann also bei den Mächtigen, die also viel Einfluss haben.
Kapitel 2 – Die Bastille
Und jetzt kommen wir zum zweiten Kapitel: Die Bastille. Im Alter von 22 Jahren wurde, äh, Voltaire das erste Mal verhaftetverhaften – to arrest; jemanden festnehmen und ins Gefängnis bringen; in Haft = im Gefängnis; der Verhaftete = the arrested person. Der Grund: Satirische Verse gegen den Regenten Frankreichs. Und zwar war der damals Philippe d’Orléans oder Philippe von Orléans. Und gegen ihn hat er satirische Texte, Strophen, Verse geschrieben und musste dafür elf Monate ins Gefängnis, in dieses berühmte, berüchtigteberüchtigt – infamous, notorious; für etwas Schlechtes oder Negatives bekannt; das Gegenteil von berühmt (famous) in positivem Sinne; berüchtigt = famous for bad reasons Gefängnis Frankreichs. Und, äh, man könnte meinen, das hat ihn so richtig eingeschüttert, aber denkste. Pustekuchen hatten wir doch irgendwann mal in irgend ‘ner Episode. Äh, er schrieb im Gefängnis weiter und schrieb ein sehr berühmtes oder episches Gedichtdas Gedicht – poem; ein literarischer Text mit Versen und Strophen, der sich oft reimt; ähnlich wie a poem, Henriade. Und, äh, als er entlassen wird von aus dem Gefängnis, ist er dann danach noch berühmter als vorher. Also das hat nicht so wirklich funktioniert. Und dann 1726 kommt erneut, kommt er erneut in Konflikt. Diesmal mit dem Chevalier de Rohan. Hört sich ‘n bisschen an wie Herr der Ringe. Äh, das ist auch ein Adliger, eine adlige Person, äh, und, äh, und, und diese adlige Person, dieser Chevalier, lässt den lieben Voltaire verprügelnverprügeln – to beat up; jemanden körperlich angreifen, mit Fäusten und Füßen; so zusammenschlagen, dass die Person verliert von seinen Dienern. Und, äh, Voltaire fordert ihn zu einem, zu einem Duell heraus. Zu der Zeit war’s ganz normal, dass man mal jemanden zu ‘nem Duell herausfordert auf Leben und Tod. Ist heute ‘n bisschen ungewöhnlich, aber damals war das so. Und, äh, der, äh, Chevalier denkt sich aber: „Nee, nee, nee, nee, nee, das ist mir zu heikel.” Der Adel lässt ihn wieder einsperren. So, welche Wörter hab ich hier verwendet? Also jemanden verhaften bedeutet, jemanden ins Gefängnis bringen, jemanden verhaften. Man kann auch sagen, er ist in Haft, also er ist, äh, im Gefängnis. Dann, äh, hab ich noch berühmt, berüchtigt verwendet. Berühmt ist also so was wie populär und berüchtigt ist, wenn man, wenn’s da also auch noch negative, eine negative Berühmtheit gibt. Äh, also für etwas Negatives berühmt. So würde ich das wahrscheinlich so ‘n bisschen erklären. Äh, dann hab ich das Wort verwendet, dass er sich nicht hat einschüchterneinschüchtern – to intimidate; jemandem Angst machen, um ihn unter Druck zu setzen; wenn du versuchst, jemanden durch Drohungen oder Strafen zu verängstigen lassen. Jemanden einschüchtern. Wenn ich also jemandem versuche, Angst zu machen, also im Prinzip, du schüchtern versuchst, Voltaire, äh, einzuschüchtern, indem du ihn ins Gefängnis steckst. Aber das hat ihn nicht eingeschüchtert. Also es hat ihn nicht verängstigt. Äh, genau. Dann hab ich noch gesagt, die Diener haben ihn verprügelt. Die Diener haben ihn verprügelt. Jemanden verprügeln ist jemanden also so zusammenschlagen, dass die Person danach keine, ähm, ja keine, k-keine, d-dass die Person danach verloren hat. Also mit Fäusten und mit Füßen und so weiter, äh, wird er von, von den Dienern vom Chevalier verprügelt. So, und danach hat er dann die Wahl: Geht er wieder ins Gefängnis oder ins Exil nach England? Und er entscheidet sich relativ rational für England.
Kapitel 3 – England und die Aufklärung
So, und, äh, dann gehen wir jetzt weiter zum, äh, n-n-numero trois, zum dritten Kapitel, und zwar England und die Aufklärung. England war ja zu der Zeit ‘n bisschen anders als Land als Frankreich und, äh, Voltaire ist also 31 und verbanntverbannt – banished, exiled; aus einem Land oder Ort ausgewiesen; ähnlich wie to be banned from a country; das Exil = the exile, äh, und landet in, äh, einem Land, das er kaum kennt. Also es war für ihn damals, er war jetzt nicht irgendwie alle irgendwie dreimal im Jahr im Urlaub in England vorher, sondern er kannte das, denk ich, nur vom Hörensagen. Verbannt bedeutet, wenn man also, ja, es hört sich an wie das englische Wort eigentlich to be banned from the country. Und was er dort findet in England, verändert ihn für immer. England hat etwas, äh, was Frankreich fehlt damals. Pressefreiheitdie Pressefreiheit – freedom of the press; das Recht, frei zu schreiben und zu veröffentlichen, ohne staatliche Zensur; Presse = press/media, Freiheit = freedom, religiöse Toleranz und ein Parlament, das den König kontrolliert. Und, äh, zu dieser Zeit, äh, als da, ähm, Voltaire nach England kommt, stirbt übrigens auch Newton oder ist kurz davor gestorben, irgendwie so und wird da als Nationalheld gefeiert, also Isaac Newton. Äh, in England lernt, äh, Voltaire auch Englisch logischerweise, liest deshalb Newton, Locke, Shakespeare und so die ganzen Helden aus dieser Zeit, äh, und versteht, was England hat und was Frankreich wirklich braucht. Dann kehrt er drei Jahre später, also 1729, wieder zurück nach Frankreich und schreibt seine Lettre, äh, philosophique. Ich hoffe, ich hab’s richtig ausgesprochen. Ähm, also auch man kann es auch irgendwie so übersetzen oder verstehen wie Briefe über England. Und, äh, das ist natürlich ‘ne scharfe Kritik an Frankreich. Das Buch wird sofort verboten und öffentlich verbranntverbrennen – to burn; mit Feuer zerstören; kontrolliert oder mit Absicht; „das Buch wird verbrannt” = öffentlich mit Feuer vernichtet, um es zu zensieren. Das ist eigentlich wahrscheinlich das beste Marketing. Äh, und, äh, und, und dieses– ah ja, und übrigens auch zu dieser Zeit äh, gewinnt Voltaire in der, äh, in der Lottery, äh, im Lotto. Und, äh, das ist ziemlich interessant, hatt ich letztes Mal schon erwähnt in Schopenhauer. Äh, also Voltaire hat einen Mathematikerfreund gehabt, ich weiß jetzt nicht mehr, wie der heißt, und hat zusammen mit dem Mathematikerfreund herausgefunden, dass man das Lotto in Frankreich einfach gewinnen kann, indem man mehr, dass man, indem man alle Tickets kauft und dieser Betrag ist dann geringer als das, was man dann bekommt, wenn man das Lotto gewinnt Und, äh, diese mathematische Fehlberechnung des Staates nutzt er eben aus. Zusammen mit noch weiteren Investoren, äh, kaufen sie also die ganzen Lotto-Tickets und gewinnen Monat für Monat immer wieder das Lotto. Irgendwann checkt das dann auch der Staat in Frankreich und sagt: „Nee, nee, nee, nee, nee, so war das nicht geplant. Wir wollten eigentlich mit diesem Lottospiel unseren Haushalt finanzieren. Äh, das ist aber irgendwie in die Hose gegangen. It went into the trousers. Ich glaube, das übersetzt sich relativ von selbst. Äh, wurde dann angeklagt. Voltaire wurde dann vom Staat angeklagt, hat aber gewonnen, weil er nichts Illegales gemacht hat. Er hat einfach nur besser gerechnet mit seinem Mathematikerfreund. Und danach hat, äh, Voltaire dann irgendwas mit 500.000 Lire oder Lira oder was auch immer die Währung der Zeit damals war, gehabt, was ein unvorstellbar großer Betrag an Geld war. Das hat ihn komplett unabhängig gemacht, komplett frei. Stell dir vor, du kannst morgens aufstehen und deine satirischen Texte schreiben und musst nicht zur Arbeit gehen. Und das schon mit 31 oder mit, äh, vielleicht auch mit 34. Nagelt mich nicht fest mit den ganzen Zahlen. Ähm, also aber relativ jung, ähm, relativ jung, ähm, wird Voltaire finanziell unabhängig und das auch als aus eigenen Stücken, aus eigenem Vermögen. Bisschen anders als bei Schopenhauer. Der hat’s ja geerbt von seinem Vater. Na ja, jedenfalls, äh, muss, muss, äh, Voltaire dann wieder fliehen und diesmal auf ein Schloss in Lothringen oder Lorraine, wie man auf Französisch sagen würde, wo er, äh, mit seiner langjährigen Geliebten Émilie du Châtelet, äh, lebt. Und diese Émilie ist eine brillante Matik-Mathematikerin und Physikerin und übersetzt Newtons Principia Mathematica ins Französische und da ist, äh, Voltaire natürlich hin und weg und der, den beeindruckt das zutiefst und findet das natürlich unglaublich toll, dass sie diese Texte da übersetzen kann und das auch verstehen kann. Welche Wörter hab ich hier noch verwendet, die ‘n bisschen komplizierter sind? Also das Lotto ist, glaub ich, klar. Äh, eine scharfe Kritik an Frankreich hab ich gesagt. Wenn also eine scharfe Kritik, ähm, dann ist etwas also sehr, ähm, sehr, sehr, sehr, eine sehr starke Kritik. Eine sehr, ähm, eine sehr spitze Kritik. Eine sehr, eine Kritik, die nicht nur oberflächlich ist, die, sondern die sehr, sehr tief geht. Ja, weiß ich auch nicht, wie man das sonst noch erklären kann. Also das Messer ist scharf, ähm, aber eine Kritik kann auch scharf sein. Ähm, genau, das Lotto, das ist, glaub ich, klar. Pressefreiheit, die Pressefreiheit, äh, freedom of press, religiöse Toleranz, das ist, glaub ich, auch klar. Und, ähm, genau. Und, äh, ich hab noch gesagt, Newton wird als Nationalheld verehrtverehren – to revere, to honor; jemandem tiefe Bewunderung und Ehre entgegenbringen; to honor someone; die Verehrung = reverence. Also jemanden verehren, jemandem so huldigen, also to honor someone, jemanden verehren, also ihm Ehre geben Ähm, genau richtig. Das, das Buch wird verboten, hab ich noch gesagt. Verboten ist ähnlich wie im Englischen to be, to forbid, also nicht erlauben und es wird verbrannt. Verbrennen, brennen und wenn man etwas verbrennt, dann verbrennt man dann, dann, dann verbrennt man es häufig mit Absicht oder eben so, dass es kontrolliert ist. Äh, genau.
Kapitel 4 – Deutschland / Sanssouci
Okay, wir machen weiter. Jetzt kommt Voltaire mit, äh, mit, mit viel Geld und viel Zeit nach Deutschland, und zwar, äh, zum Schloss Sanssouci nach Potsdam. Und zwar wird er vom Friedrich, von Friedrich dem Großen, äh, oder auch genannt der alte Fritz, also Friedrich der Zweite von Preußen, von dem wird er eingeladen. Die haben vorher schon miteinander korrespondiertkorrespondieren – to correspond; regelmäßig Briefe austauschen; in schriftlichem Kontakt stehen; die Korrespondenz = correspondence, logischerweise nicht über WhatsApp oder irgend’ne andere Textnachricht, sondern, äh, per, äh, Brief, wie das zur damaligen Zeit, äh, normal war. Und dieser, äh, Friedrich der Große war ein großer Bewunderer von Voltaire und die beiden haben also über viele Jahre korrespondiert. Was auch interessant ist, also Friedrich der Große war also schon ein sehr, äh, moderner, äh, dem, der, der Aufklärung zugewandten, äh, Regent. Also jemand, der offen ist für neue Ideen. Diese Ideen von Rousseau, Voltaire und diese ganzen Leute aus dieser damaligen Zeit. Ähm, genau, und er lädt ihn also ein, nach Potsdam zu kommen und die beiden, äh, machen das dann. Und dort lebt er zusammen mit Friedrich 1750 im Schloss Äh, Sanssouci. „Sei mein Gast”, sagte er. So, jetzt muss ich hier die richtige Seite finden. Genau, richtig. Und, äh, Sanssouci ist ein unglaublich schönes Schloss außerhalb von Berlin, eines der schönsten Rokoko-Schlösser Europas. Und die beiden diskutieren über Philosophie, Literatur, Politik. Aber zwei starke Egos, äh, das geht nicht so lange gut und besonders auf engem Raum, äh, verhöhn-, fängt, fangen die dann an, so ‘n bisschen Probleme miteinander zu bekommen. Voltaire, ich kann mir so richtig vorstellen, was so, was Voltaire so für ‘n Typ war. Voltaire verhöhntverhöhnen – to mock, to ridicule; sich über jemanden lustig machen; negativ über jemanden sprechen und dabei lachen; über jemanden spotten, äh, Friedrichs Gedichte, die Friedrich also schreibt, hinter seinem Rücken. Friedrich lässt ihn bespitzelnbespitzeln – to spy on; heimlich Informationen über jemanden sammeln, wie ein Spion; der Spion = the spy. Diese zwei Wörter verhöhnen und bespitzeln versuche ich jetzt noch mal zu erklären. Es gibt Streit über Geld. Voltaire versucht zu fliehen, aber Friedrich lässt ihn für kurze Zeit in Frankfurt festhalten. Und dann, drei Jahre später, 1753, endet dann das Experiment Friedrich und, äh, äh, und, und, äh, François Marie. Äh, und, äh, die, Voltaire geht dann also wieder weg aus, äh, aus Deutschland. Und interessanterweise haben sie dann danach aber wieder Kontakt, korrespondieren, äh, m-m-miteinander, haben also festgestellt, dass ‘ne Fernbeziehung für die beiden irgendwie besser ist. Ähm, das ist eine der faszinierendsten Freundschaft- und Feindschaftsverbindungen, die es so gibt, die es so in der Geschichte gibt. Okay, zwei Wörter, die besonders interessant sind hier: verhöhnen und bespitzeln. Voltaire verhöhnt Friedrich. Also er macht sich über ihn lustig. Über jemanden lustig machen, sich also negativ über jemanden sprechen und dabei lachen. Das ist jemanden verhöhnen. Und bespitzeln ist dann im Prinzip das, was ‘n Spion macht, also Informationen herausfinden über eine Person. Wie ein Spion, äh, also a spy, der Spion ist the spy und dieser spy bespitzelt also jemanden, in dem Fall Voltaire.
Kapitel 5 – Das Erdbeben und Candide
So, und, äh, Voltaire verlässt dann also 1753 wieder, äh, Potsdam und, äh, dann passiert etwas, ähm, etwas sehr Einschneidendes für Europa. Zwei Jahre später, 1755, erschüttert ein Erdbebendas Erdbeben – earthquake; wenn sich die Erde erschüttert und bebt; erd = earth, beben = to tremble; eine der gefährlichsten Naturkatastrophen Lissabon. Das schöne Lissabon, in dem ich auch mal für ein Jahr gelebt hab. Ähm, und, äh, 30.000 Menschen sterben in Lissabon, diese, bei dieser Naturkatastrophe. Das ist eine der größten Naturkatastrophen Europas und Leibniz schrieb einmal, also Leibniz, der ist schon 1600, äh, 1716 gestorben, aber der schrieb einmal: „Wir leben in der besten aller möglichen Welten.” Und das hat Voltaire irgendwie scheinbar ‘n bisschen irritiert. Und also wir leben in, äh, in einer der besten aller möglichen Welten. Bedeutet also so was wie, ähm, das ist die beste Option von allen Paralleluniversen, die es gibt, ist das die beste und Gott hat das so gewollt, dass das alles so passiert. Äh, und das störte Voltaire aber ‘n bisschen und nutzt dieses, äh, diese Naturkatastrophe, äh, fragt sich also: „Ist das denn wirklich die beste aller möglichen Welten?” Und schreibt ein Gedicht über dieses Erdbeben, direkt wütend. Und dann, äh, ‘n paar Jahre später erscheint dann Candide. Ein Buch, das ich, äh, nicht komplett– Ich hab noch ‘n bisschen, ‘n paar, ‘n paar Kapitel gibt’s noch, äh, äh, hab ich mir angehört. Kann man sich auch durchlesen logischerweise, aber ich hab im Urlaub mir das angehört und dabei in der Sonne ‘n bisschen mich gesonnt, äh, und dabei Candide gehört. Und Candide ist ein Mann aus Westfalen, also aus Deutschland, also aus dem jetzigen Deutschland. Und dieser junge Mann, äh, glaubt, dass er in den besten aller Welten lebt, denn sein Lehrer Pangloss hat ihm das so erklärt, ähnlich wie Leibniz. Leibniz ist auch ‘ne interessante Person, ist auch ein Universalgenie. Also Leibniz, Gottfried Wilhelm Leibniz, eine Person, die, äh, Mathematik, Physik, Naturwissenschaften, Philosophie und viele verschiedene Themen Äh, beherrscht beziehungsweise sich dafür interessiert. Ähm, und, ähm, in diesem Buch erlebt Kandid Sklaverei, Krieg, Inquisition, Erdbeben, also auch das in Lissabon, viele verschiedene, äh, ja, äh, äh, ja Unglücke, die s…, ihm so widerfahren, diesem Kandid, dieser Haupt, diesem Hauptcharakter aus dem Buch. Und nach diesem ganzen Leid, also nach einer Katastrophe, eine Katastrophe nach der anderen und dann stellt er eben fest: Hat denn mein Lehrer Pangloss aka Leibniz, hat denn der, äh, wirklich die, die richtige Schlussfolgerung? Und dann schreibt Kandid, also Voltaire schreibt, Kandid sagt das im Buch, äh, ganz zum Schluss, ganz am Ende: „Il faut cultiver notre jardin.” Das bedeutet so was wie: Wir müssen unseren eigenen Garten oder unseren Garten kultivieren. Also Schluss mit den ganzen Theorien. Fangt an zu arbeiten. Wir müssen unseren eigenen Garten kultivieren. Kandid wird natürlich wieder sofort verboten und interessanterweise bestreitetbestreiten – to deny; ablehnen oder zurückweisen, dass man selbst etwas getan hat; „Ich bestreite das” = ich sage, das stimmt nicht; das Gegenteil von zugeben auch, äh, oder bestritt, äh, Voltaire auch, dass er der Autor von diesem Buch war. Äh, das ist ganz interessant. Er, wenn man das ‘n bisschen recherchiert, er hat dann noch geschrieben: „So ein Buch würde ich nie, äh, nie schreiben. So ‘n Quatsch, äh, d-das kommt doch nicht von mir.” Ist also ganz interessant. Er bestritt, er bestreitet das. Das Wort bestreiten bedeutet also etwas, man es, man lehnt es ab, man sagt, dass man das selber nicht gemacht hat. Ich bestreite, dass ich diese Aussage getätigt habe. Also ich sage, dass ich habe diese Aussage nicht getätigt. Ja, ich weise das zurück. Ähm, genau ein Naturkatastrophen, natural catastrophes, das ist vielleicht auch ganz interessant. Was bedeutet das Gedicht? Was ist das, was ist das für ein Wort? Was ist die Bedeutung? Ein Gedicht hat viele Versen, viele Strophen, es reimt sich häufig, also a poem, das Gedicht. Und, äh, ein Erdbeben ist ein earthquake, das Erdbeben. Und, ähm, genau richtig. Ich glaube, die anderen Wörter haben wir. Bestreiten, äh, hab ich schon erklärt. Perfekt.
Kapitel 6 – Ferney & Menschenrechte
So, dann machen wir weiter. Das nächste Kapitel: Ferney. Und zwar, ähm, wo geht man hin, wenn man sich irgendwie mit vielen Leuten streitet und verfolgt wird? Wo ist ein, wo ist, wo ist ein sicherer Ort in Europa? Die Schweiz. Und das denkt sich damals Voltaire auch schon. Und nach dem Streit, Streit von mit Friedrich dem Großen und dem Erfolg von Candide sucht Voltaire einen sicheren Ort und findet diesen sicheren Ort an der Grenze zwischen Frankreich und, äh, der Schweiz. Ferney. Und was heute, wenn man sich mal die, ähm, die Maps, äh, die Karten anschaut, heute heißt es Ferney-Voltaire. Also dieser Ort heißt jetzt nicht mehr nur Ferney, sondern Ferney-Voltaire, weil Voltaire da unglaublich einflussreich war. Ich hab jetzt dazu gar nicht so viel aufgeschrieben, glaub ich, aber der hat da auch viel, ähm, viel gemacht in diesem Ort. Ähm, viele Dinge gebaut, auch Unternehmen, so wenn ich mich richtig erinnern kann. Also er hat sehr viel Einfluss gehabt auf diesen, äh, doch relativ kleinen Ort in, an der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz. So, und F-, äh, Ferney wird zu einem, äh, intellektuellen Zentrum von Europa und jeder, der irgendwie ‘n bisschen was auf sich hält, versucht, Voltaire zu besuchen. Katharina die Große schreibt ihm Briefe, Friedrich schreibt ihm weiterhin und sogar Adam Smith Der Adam Smith, genau, mit der Invisible Hand. Dieser Adam Smith, der, äh, besucht ihn auch, äh, und konnten sich dann wahrscheinlich auch auf Englisch unterhalten. Voltaire hat ja Englisch gelernt. Ich hab übrigens auch genau drei Jahre in London gelebt. Mein Gott. So und, ähm, genau. Was interessant ist, dass Voltaire, wahrscheinlich merkt ihr das, dass Voltaire also nicht nur ein Dichter und Denker war, sondern auch ein sehr, ein sehr praktischer Mensch. Also er hat diesen Lottogewinn gehabt, äh, und hat also, also auch viele verschiedene Leute besucht, war ein sehr sozialer, geselliger Mensch, hat sich also mit anderen Leuten unterhalten, umgeben und so weiter und hat sich aber auch konkret für bestimmte Fälle eingesetzt. Einer der berühmtesten ist Jean Calas. Vielleicht hab ich’s falsch ausgesprochen. Und dieser Jean Calas war ein protestantischer Kaufmann. Protestantisch ist hier wichtig und der wurde, wurde, also der wurde wirklich 1762 öffentlich hingerichtethinrichten – to execute; jemanden auf Befehl des Staates oder Gerichts töten; der Henker richtet hin; die Hinrichtung = execution. Das Wort hingerichtet ist also, wenn man vom, äh, vom Henker hingerichtet wird, ähm, für einen Mord, den er gar nicht begangen hat. Und der Grund war halt sein protestantischer Glaube. Zu dieser Zeit war das ‘n Problem. Voltaire recherchiertrecherchieren – to research, to investigate; intensiv nach Informationen zu einem Thema suchen; ein Journalist recherchiert; kommt aus dem Französischen; nicht wie ein Wissenschaftler, sondern wie ein Journalist, erfährt von diesem Fell, erfährt von diesem Fall, schreibt Briefe, Pamphlete, versucht, Europa zu mobilisieren und nach drei Jahren erreicht Voltaire zusammen mit anderen, dass Calas postumpostum – posthumous; nach dem Tod einer Person; etwas, das nach dem Tod stattfindet oder anerkannt wird; post = after, humus = earth (Latin) rehabilitiert wird. Und, äh, also einer der, man kann sagen, eine, eine der ersten organisierten Menschenrechtskampagnen der Geschichte. Und man kann also sehen, dass Voltaire eben nicht nur schreibt, sondern auch Einfluss nimmt mit dem, was er schreibt. Und bevor wir jetzt zum letzten Kapitel kommen, vielleicht noch mal kurz ‘n paar Wörter, die ich erklären möchte. Die Grenzedie Grenze – border, boundary; die Linie zwischen zwei Ländern oder Regionen; an der Grenze = at the border. Die Grenze ist also häufig eine Grenze zwischen zwei Ländern oder zwei Regionen. Man kann auch noch Grenzen in anderen Bereichen haben, aber the border, die Grenze. Äh, ich habe noch gesagt, ich hoffe, ich hab das gesagt oder erwähnt, er hat ein Schloss gekauft in Ferney. Das Schloss ist so was Ähnliches wie eine Burg. Die Burg, das Schloss, the castle. Und dann ein weiteres Wort ist recherchiert. Ich habe das Wort recherchiert, äh, verwendet. Kommt logischerweise wahrscheinlich aus der französischen Sprache. Auf Deutsch verwenden wir recherchieren, wenn wir also versuchen, Informationen über ein bestimmtes Thema herauszufinden. Also ein Journalist recherchiert oder ich recherchiere für meine Podcast-Episode to research something. Aber nicht to research wie ein Wissenschaftler in der Regel, sondern recherchieren ist also einfach so nachsuchen, intensives Informationen herausfinden. Und übrigens ein Schlachtruf von Voltaire in zu dieser Zeit war Écrasez l’infâme. Écrasez l’infâme. Und be– zwar bedeutet das so was wie zerschmettert das Niedertrichtige oder zerschmettert die Schande, zerschmettert das Schlechte, könnte man vielleicht ei– vereinfacht sagen. Und damit meinte er die Tyrannei der Kirche. Was übrigens interessant ist, äh, wenn man sich so, wenn man so ‘n bisschen darüber nachdenkt, äh, denkt man vielleicht, dass Voltaire ei– t-t– komplett gegen Religion war und gegen Glaube und so weiter, aber er war ein Deistder Deist – deist; jemand, der an einen Gott glaubt, der die Welt erschaffen hat, sich aber danach nicht aktiv einmischt; wie ein Uhrmacher, der eine Uhr baut und sie dann von selbst laufen lässt. Also er war eine Person, die schon an einen Gott glaubte, aber eher an einen Gott, der wie ein Uhrenmacher ist, der also diese Uhr baut, kreiert, aber danach, ähm, äh, danach tickt sie dann eben von alleine weiter. Ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, was Deismus bedeutet, äh, aber er war definitiv nicht Atheist, also komplett, äh, komplett nicht religiös. Und dieser, dieser Deismus, der war scheinbar zu dieser Zeit relativ weit verbreitet.
Das Vermächtnis
Na ja, jedenfalls kehrt dann, äh, äh, Voltaire im Alter von 83 Jahren dann wieder nach Paris zurück. Das ist also 1778, um die Premiere seines neuen Theaterstücks zu sehen, zu feiern und Paris empfängt Voltaire, François-Marie Arouet, wie einen Helden. Und im selben Jahr stirbt er dann auch am 30. Mai in Paris. Äh, die Kirche verweigert ihm verständlicherweise zunächst ein christliches Begräbnis, ähm, denn er ist ja Zeit seines Lebens einer der schärfsten Kritiker von, äh, der Kirche. Aber, ähm, nach der Französischen Revolution wird dann sein, werden dann seine sterblichen Überreste im Pantheon, äh, überführt, also dahin, von dort vom einen Ort zum anderen transportiert und direkt gegenüber von seinem Feind, von seinem, von einer Person, die er, mit der er sich nicht besonders vertragen hat, die er nicht besonders mochte, Jean-Jacques Rousseau. Da direkt gegenüber wurde er auch dann begraben. Und was ist das Vermächtnisdas Vermächtnis – legacy; das, was jemand nach seinem Tod hinterlässt – Ideen, Werke, Einfluss; von „hinterlassen” von Voltaire? Das Wort Vermächtnis haben wir schon gelernt. Das Vermächtnis ist, dass er die Überzeugung hat, dass Vernunft, Toleranz, Meinungsfreiheit keine Luxusgüter sind, sondern Grundlagen einer zivilisierten Gesellschaft. Und die Französische Revolution, die Menschenrechtserklärung, die Trennung von Kirche und Staat, all das hat auch ‘n bisschen was mit Voltaire zu tun. Na ja, und natürlich auch, was übrig bleibt, ist der Witz als Waffe. Das im Prinzip bis heute unerreicht ist, dieser Witz, den Voltaire hat, Texte so ironisch zu schreiben, diese Ironie als Argument verwenden und auch, äh, Texte so kurz und aber trotzdem elegant zu verfassenverfassen – to compose, to write; einen Text schreiben und dabei formulieren; das Verfassen = the writing/composing; der Verfasser = the author. All das bleibt bis heute unerreicht. Und vielleicht, die Gelehrten streiten sich, vielleicht stammt dieses, äh, Zitat ja von Voltaire. Es hört sich zumindest nach Voltaire an, aber vielleicht kommt’s auch nicht von ihm: „I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it.” Also ich lehne das total ab, was du sagst, aber ich werde bis zum Tod, äh, das Recht verteidigen, dass du das sagen kannst. Das Recht, dass du das sagen kannst. Das klingt also schon ‘n bisschen nach Voltaire, der sich ja gerne mit anderen streitet oder gestritten hat. Aber es gibt dafür keinen Beleg, dass er das gesagt hat. Es gibt so viele Sätze, so viele kluge Sätze von Voltaire. Ähm, auch das mit diesem Uhrenmacher, das kommt von Voltaire. Damit sind wir am Ende der Episode von einem der einflussreichsten Dichter, Denker, Philosophen. Ich finde ja auch einfach eine interessante Person mit diesem Lottogewinn. Das find ich super interessant.
Outro
Wenn du, äh, diese Podcast, wenn dir diese Podcast-Episode gefallen hat, dann schreib das in die Kommentare. Schreib bitte in die Kommentare: Hat dir diese Episode gefallen und welche Episode soll ich als Nächstes aufnehmen? Welche weiteren Episoden gefallen dir? Äh, dann hab ich so ‘n bisschen ‘ne Idee, was euch interessiert und dann kann ich gucken, ob mir das auch gefällt und dann können wir da zusammen, äh, diese, können wir diese Themen zusammen erkunden und dabei Deutsch lernen. Wenn dir der Text ‘n bisschen kompliziert ist, dann habe ich dazu meine Mitgliedschaft. In der Mitgliedschaft gibt es ein Transkript und die ganzen Wörter, die da drin sind, kannst du anklicken und sofort dir die Übersetzung oder die Erklärung dir dazu durchlesen. Du kannst dir also die Podcast-Episode anhören oder anschauen und dann mitlesen. Ja, also da-dann gibt’s noch mal die Vokabeln, die schweren Wörter, die werden dann noch mal aufgelistet und die kannst du dann lernen. Du kannst dir selber auch Flashcards bauen, also Karteikarten bauen, um diese Wörter dann zu lernen. Äh, es gibt noch ‘n paar Quiz, ‘n paar Fragen, ob du das verstanden hast, was ich hier gesagt hab und ob du auch ‘n paar Wörter verstanden hast, die ich verwendet hab. Und es gibt noch ‘ne Bonus-Episode in der, äh, zu diesem Thema und ich muss mal überlegen, was ich als Bonus-Episode mache. Irgendwas Interessantes bestimmt. Schau dir die Mitgliedschaft an, die– Du kannst die Mitgliedschaft ausprobieren für einen Euro für einen ganzen Monat und danach gibt es dann den regulären Preis nach diesem Probemonat. Das alles findest du auf meiner Webseite expertlygerman.com. Vielen herzlichen Dank, dass ihr mit mir Deutsch lernt und auch ‘n bisschen was zur Geschichte, zu verschiedenen Themen, äh, mit mir lernt. Ich hoffe, es ist spannend. Tschüss und bis zum nächsten Mal.
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Adjektiv
gutbürgerlich
→ respectable, middle-class
Gutbürgerlich beschreibt jemanden aus der wohlhabenden bürgerlichen Gesellschaft – solide, respektiert, aber kein Adel. „gut“ = good/solid, „Bürger“ = citizen. – „Voltaires Vater war Notar und galt als gutbürgerlich und respektabel.“
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Nomen
die Mächtigen
→ the powerful (people)
Die Mächtigen sind diejenigen, die viel Einfluss und Macht haben – Politiker, Könige, Institutionen. Von „mächtig“ = powerful. – „Die Leute lachten über Voltaires Satire – aber die Mächtigen nicht.“
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Nomen
das Pseudonym
→ pen name, pseudonym
Ein Pseudonym ist ein erfundener Name, den man statt des echten Namens verwendet – oft als Schriftsteller oder Künstler. Pseudo = falsch/gefälscht. – „François-Marie Arouet wählte das Pseudonym Voltaire.“
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Nomen
das Anagramm
→ anagram
Ein Anagramm entsteht, wenn man die Buchstaben eines Wortes umstellt und so ein neues Wort bildet. – „Voltaire ist wahrscheinlich ein Anagramm von Arouet le Jeune – in der lateinischen Schreibweise.“
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Verb
verhaften
→ to arrest
Verhaften bedeutet, jemanden festzunehmen und ins Gefängnis zu bringen. In Haft = im Gefängnis. Die Verhaftung = the arrest. – „Voltaire wurde mit 22 Jahren zum ersten Mal verhaftet – wegen satirischer Verse.“
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Adjektiv
berüchtigt
→ infamous, notorious
Berüchtigt bedeutet, für etwas Schlechtes oder Negatives bekannt zu sein. Unterschied: berühmt = famous (positiv), berüchtigt = famous (negativ). – „Die Bastille war das berühmt-berüchtigte Gefängnis Frankreichs.“
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Verb
das Gedicht
→ poem
Ein Gedicht ist ein literarischer Text mit Versen und Strophen, der sich häufig reimt. Das Verb ist „dichten“, der Dichter = the poet. – „Im Gefängnis schrieb Voltaire das epische Gedicht Henriade.“
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Verb
einschüchtern
→ to intimidate
Einschüchtern bedeutet, jemandem Angst zu machen – durch Druck, Drohungen oder Strafen. Das Ziel ist, jemanden zum Schweigen zu bringen. – „Das Gefängnis hat Voltaire nicht eingeschüchtert – er schrieb einfach weiter.“
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Verb
verprügeln
→ to beat up
Jemanden verprügeln bedeutet, ihn körperlich anzugreifen – mit Fäusten und Füßen so lange, bis die Person verliert. – „Der Chevalier de Rohan ließ Voltaire von seinen Dienern verprügeln.“
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Adjektiv
verbannt
→ banished, exiled
Verbannt sein bedeutet, aus einem Land oder Ort ausgewiesen zu werden – man darf nicht zurückkehren. Das Exil = the exile. – „Voltaire war 31 und verbannt, als er in England ankam.“
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Nomen
die Pressefreiheit
→ freedom of the press
Pressefreiheit bedeutet das Recht, frei zu schreiben und zu veröffentlichen – ohne staatliche Zensur. Presse = press/media, Freiheit = freedom. – „In England fand Voltaire Pressefreiheit und religiöse Toleranz.“
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Verb
verehren
→ to revere, to honor
Jemandem verehren bedeutet, ihm tiefe Bewunderung und Ehre entgegenzubringen – also jemanden als sehr besonders oder groß zu betrachten. Die Verehrung = reverence. – „Newton wurde in England als Nationalheld verehrt.“
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Verb
verbrennen
→ to burn
Verbrennen bedeutet, etwas mit Feuer zu zerstören – oft kontrolliert oder mit Absicht. Bücher verbrennen war früher eine Form der Zensur. – „Voltaires Buch wurde sofort verboten und öffentlich verbrannt.“
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Verb
korrespondieren
→ to correspond
Korrespondieren bedeutet, regelmäßig Briefe auszutauschen – schriftlich in Kontakt stehen. Die Korrespondenz = the correspondence. – „Voltaire und Friedrich der Große korrespondierten über viele Jahre per Brief.“
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Verb
verhöhnen
→ to mock, to ridicule
Verhöhnen bedeutet, sich über jemanden lustig zu machen – negativ über ihn zu sprechen und dabei zu lachen. Ähnlich wie „verspotten“. – „Voltaire verhöhnte Friedrichs Gedichte hinter seinem Rücken.“
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Verb
bespitzeln
→ to spy on
Bespitzeln bedeutet, heimlich Informationen über jemanden zu sammeln – wie ein Spion. Der Spion = the spy. – „Friedrich ließ Voltaire bespitzeln, während dieser am Hof in Potsdam lebte.“
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Nomen
das Erdbeben
→ earthquake
Ein Erdbeben ist eine plötzliche Erschütterung der Erde – eine der gefährlichsten Naturkatastrophen. Erde = earth, beben = to tremble. – „Das Erdbeben von Lissabon 1755 tötete 30.000 Menschen.“
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Verb
bestreiten
→ to deny
Bestreiten bedeutet, abzulehnen oder zurückzuweisen, dass man selbst etwas getan oder gesagt hat. „Ich bestreite das“ = ich sage, das stimmt nicht. – „Voltaire bestritt, der Autor von Candide zu sein.“
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Verb
recherchieren
→ to research, to investigate
Recherchieren bedeutet, intensiv nach Informationen zu einem Thema zu suchen – wie ein Journalist. Kommt aus dem Französischen. – „Voltaire recherchierte den Fall Calas und schrieb Briefe, um Europa zu mobilisieren.“
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Verb
hinrichten
→ to execute
Hinrichten bedeutet, jemanden auf Befehl des Staates oder Gerichts zu töten. Der Henker richtet hin. Die Hinrichtung = execution. – „Jean Calas wurde 1762 öffentlich hingerichtet – für einen Mord, den er nicht begangen hatte.“
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Adjektiv
postum
→ posthumous
Postum bedeutet „nach dem Tod“ – etwas, das nach dem Tod einer Person stattfindet oder anerkannt wird. Aus dem Lateinischen: post = after. – „Calas wurde postum rehabilitiert – drei Jahre nach seiner Hinrichtung.“
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Nomen
der Deist / der Deismus
→ deist / deism
Ein Deist glaubt an einen Gott, der die Welt erschaffen hat, sich aber danach nicht aktiv einmischt – wie ein Uhrmacher. Kein Atheist, aber auch kein traditionell Gläubiger. – „Voltaire war kein Atheist, sondern ein Deist.“
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Nomen
das Vermächtnis
→ legacy
Das Vermächtnis ist das, was jemand nach seinem Tod hinterlässt – Ideen, Werke, Einfluss. Von „hinterlassen“. – „Voltaires Vermächtnis: Vernunft, Toleranz und Meinungsfreiheit als Grundlagen der Gesellschaft.“
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Verb
verfassen
→ to compose, to write
Verfassen bedeutet, einen Text zu schreiben und dabei zu formulieren – oft für ein literarisches oder offizielles Werk. Der Verfasser = the author. – „Voltaire verfasste kurze, elegante und ironische Texte, die bis heute unerreicht sind.“
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Übung 1
Multiple Choice
Wähle die richtige Antwort.
Übung 2
Zuordnung – Was bedeutet das?
Wähle die richtige Bedeutung für jeden Begriff aus der Episode.
Übung 3
Richtig oder Falsch?
Sind die Aussagen über Voltaire richtig oder falsch?
Übung 4
Lückentext – Richtige Wortform eintippen
Schreibe das passende Wort in die Lücke. (Groß- und Kleinschreibung wird nicht geprüft.)
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